Besseres Wetter, besseres Radio hören?

Besseres Wetter, besseres Radio hören?

Draußen stürmt und schneit es, und das Radio rauscht. Verzweifelt rennst Du im Haus umher, mit ausgestreckter Antenne, um irgendwo doch noch besseren Empfang zu finden. Klärt sich das Wetter später auf und schon ist der Radioempfang wieder da. Wie kann es sein, dass Wetter auf die Frequenz einen Einfluss hat?

Besseres Wetter, besseres Radio?

Technischer Hintergrund

Dein Radio besitzt ein elektromagnetisches Spektrum, um die Funkfrequenzen unseres Senders einzufangen. Diese elektromagnetischen Spannungen erstrecken sich über 3 kHz - 300 GHz. Radiostrahlen bewegen sich, wie andere elektromagnetische Strahlung auch (Licht, oder Röntgenstrahlen) mit Lichtgeschwindigkeit. Eine Radiosendung wird übertragen, indem sie von einer Sendestation aus zu einem bestimmten Satelliten geschickt wird. Dieser Satellit schickt dann das Radioprogramm an verschiedene Sendemasten zurück auf die Erde. Dein Radio empfängt dann unsere Frequenz vom dementsprechend nächstgelegenen Radiomast. Dadurch, dass die Radioübertragung also mehrere tausend Kilometer von der Station bis ins All und zurück zur Erde bis zu Dir nach Hause zurücklegt, kann es leicht zu atmosphärischen Einflüssen und Störungen kommen.

Der Einfluss des Wetters

Alle, die per Satellit Ihr Internet empfangen, werden es bereits gemerkt haben: Internetseiten wie Netflix, Casino online mobile oder Amazon laden deutlich langsamer bei schlechtem Wetter. Dies liegt daran, dass die Frequenz, die für Wi-Fi-Geräte auf 2,4 GHz läuft, schlechter
durch die Atmosphäre übertragen wird. Nach dem gleichen Prinzip funktioniert auch das Radio.

Besseres Wetter, besseres Radio hören?
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Regen

Schon bei Nieselregen kann es zu Störungen im Radio kommen. Dies hat einen einfachen Grund: kleine Wassertropfen absorbieren die Frequenz des Radios und blockieren so das Signal bis zu einem gewissen Grad. Daher kann es schon zu Störungen kommen, wenn es
auf Seiten des Senders zu heftigen Regengüssen kommt. So kann das Signal nämlich gar nicht erst vollständig zum Satelliten transportiert werden. Auch wenn es um den Sendemast herum oder direkt bei Dir zu Hause regnet, wirst Du eine Interferenz durch Rauschgeräusche bemerken. Es ist also egal, an welchen der drei Sende- und Empfangspunkte es zu Regenergüssen kommt.

Wolken und Gewitter

Wenn Regen die Frequenz stört, liegt es nicht an den mitaufziehenden Wolken. Denn Wolken beeinträchtigen die Radiowellen nicht. Dafür können aber ein aufziehender Sturm und Gewitter schon vor dem eigentlichen Regen für Probleme sorgen. Durch den atmosphärischen Tiefdruck wird das Radiosignal nämlich an seiner Verbreitung gehindert. Solltest Du im Randbereich des Senders liegen, kann es sein, dass Du deswegen plötzlich Deinen geliebten Sender nicht mehr empfangen kannst.

Besseres Wetter, besseres Radio hören?
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Hochdruckgebiete

Das Gleiche gilt auch im Sommer, besonders bei Hochdruckgebieten. Ein hoher Luftdruck führt dazu, dass das Radiosignal sich weiter verbreitet als es normalerweise ohne weitere Transmitter kann. Das gilt nicht nur für ein Radiosignal, sondern für alle. Wenn nun ein Radiosignal auf der gleichen Frequenz liegt wie das, dass Du im Radio eingestellt hast, kann es sein, dass sich beide Signale in die Quere kommen und Du ein Rauschen hörst. Leider sind die Geräte noch nicht so weit, dass sie mit Leichtigkeit die Frequenz zweier Radiosender decodieren können. Daher kommt es zu einer Co-Kanal-Interferenz.

Fazit

All diese negativen Effekte, Störungen und Rauschgeräusche können nicht nur mehrere Stunden, sondern sogar einige Tage anhalten. Leider kannst Du hier nichts tun, außer abzuwarten. Manchmal kann es doch helfen, im Haus eine freie Stelle für den Empfang an
einem Fenster zu finden. Stahl und Beton, der in Gebäuden verarbeitet wird, fungiert als eine Art Schutzmechanismus vor Radiowellen. Mit einem Fensterplatz kannst Du den Empfang leicht verbessern und vielleicht behebt sich das Problem trotz der schlechten Wetterlage ja
bereits von alleine.