Trump oder Biden: US-Wahllokale geschlossen

Trump oder Biden: US-Wahllokale geschlossen

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Amerikas Zukunft mit Trump oder Biden? 

Seit 7:00 Uhr (MEZ) sind die Wahllokale in den USA geschlossen. Ein endgültiges Ergebnis steht bisher allerdings noch nicht fest. Das Rennen um das Amt des Präsidenten von Amerika bleibt also weiterhin spannend. Nach aktuellem Stand liegt Präsident Donald Trump bei 165 Stimmen und sein Herausforderer Joe Biden bei 215 (Stand: 07:05 Uhr). 

Wann mit einem Ergebnis zu rechnen ist, bleibt ungewiss. Es könnte noch einige Zeit in Anspruch nehmen, bis die Stimmen fertig ausgezählt sind und die USA ihren gewählten Präsidenten verkünden können. 

Früh- und Briefwahl

Es müssen nicht nur die Stimmzettel vom Wahltag selbst, sondern auch die der Frühwahlen und der Briefwahlen gezählt werden. Die Wahlbeteiligung bei den Frühwahlen und bei den Briefwahlen war dieses Jahr sehr hoch. Die Auszählung dieser Stimmzettel dauert für gewöhnlich länger. 

Erst wenn in allen Bundesstaaten die Stimmzettel ausgezählt wurden, kann es ein Ergebnis geben. Derzeit führt zwar Biden, aber das kann sich noch ändern. Oft sind die Stimmen der sogenannten "Swing-States", die weder überwiegend den Republikanern noch den Demokraten zugeordnet werden können, am Ende entscheidend.  

Wie wird gewählt?

Die Wahl des Präsidenten von Amerika ist eine indirekte Wahl. Die Stimme der Wähler entscheidet über die Zusammensetzung des sogenannten Electoral College, das anschließend den Präsidenten wählt. Jeder US-Bundesstaat entsendet eine unterschiedliche Anzahl an Wahlfrauen und Wahlmännern des Electoral College, die jeweils einen Kandidaten repräsentieren. Die Anzahl der Wahlleute setzt sich aus den Einwohnerzahlen der Bundesstaaten zusammen. So haben zum Beispiel Kalifornien 55 Wahlleute, Texas 38, Alaska und Delaware dagegen nur 3.

Bei den Wahlen der Wahlleute gilt das Prinzip "The Winner Takes It All": Erhalten die Vertreter der Demokraten oder der Republikaner eine Mehrheit der Stimmen, gehen automatisch die Stimmen aller Wahlleute an diese eine Partei. Angenommen in einem Bundesstaat werden 12 Wahlleute der Demokraten und 10 Wahlleute der Republikaner gewählt, dann haben die Demokraten die Mehrheit und alle 22 Stimmen gehen an Biden.  Die Anzahl der Wahlleute steht allerdings nicht im proportionellen Verhältnis zu den steigenden Einwohnerzahlen der Bundesstaaten. Ein Wahlmann in Montana vertritt beispielsweise 350 000 Einwohner, während ein Wahlmann in Kalifornien doppelt so viele Einwohner repräsentiert. So kann es passieren, dass ein Kandidat mit mehr Stimmen im Allgemeinen verlieren kann. So war es  zum Beispiel bei der US-Wahl 2016: Hillary Clinton gewann zwar mehr Stimmen im Allgemeinen für sich, Trump gewann aber mehr Wahlleute und daher auch die Wahl. Das Wahlsystem in den USA ist daher sehr umstritten. 

Mindestens 270 Stimmen

Zurzeit gibt es in den USA insgesamt 538 Wahlleute. Der Kandidat, der mehr als die Hälfte aller Wahlleute für sich entscheidet, also mindestens 270 Stimmen hat, gewinnt die Wahl.  

Erstellt am 04.11.2020

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