Keine Widerspruchslösung: Organspende wird nicht neu geregelt

Keine Widerspruchslösung: Organspende wird nicht neu geregelt

Abgeordnete lehen Widerspruchslösung ab

Gerade eben hat das Parlament über einen Gesetzentwurf von Gesundheitsminister Jens Spahn abgestimmt. Dieser wollte erreichen, dass jeder automatisch Organspender ist, sofern er nicht widerspricht. Diese Lösung hatte schon im Vorfeld für Diskussionen gesorgt - jetzt wurde der Gesetzentwurf gekippt. Die Regelung zur Organspende wird damit nicht grundlegend geändert. 379 Abgeordnete stimmten dagegen, 292 Parlamentarier befürworteten Spahns Entwurf. Drei Abgeordnete enthielten sich. 

Angenommen wurde dagegen ein zweiter Entwurf. Dieser besagt, die Bürger alle zehn Jahre bei der Abholung des neuen Personalausweises auf das Thema Organspende anzusprechen. Es soll ein Online-Register geben, in das sich die Menschen dann eintragen lassen können. Auch Hausärzte sollen über Organspenden informieren. 

    Pro Widerspruchslösung

    • Mehr Leben könnten gerettet werden! Oft ist die Organspende die letzte Möglichkeit, einem Menschen das Leben zu retten. Durch die Widerspruchslösung könnte es mehr Organspender geben. 
    • Bereitschaft für Organspende ist hoch! Ca. 68% sind prinzipiell bereit, ein Organ nach ihrem Tod zu spenden. Jedoch nur 35% besitzen einen Organspendeausweis. 
    • Die Entscheidung ist freiwillig! Niemand muss sich entscheiden. Getroffene Entscheidungen könnten jederzeit zurückgenommen werden. 

    Contra Widerspruchslösung

    • Mit den demokratischen Grundregeln nicht vereinbar! Der Staat sollte seinen Bürgern nicht vorschreiben, für Organspenden zur Verfügung zu stehen.
    • Schweigen als Zustimmung! Bei der Widerspruchslösung wird die aktive Einwilligung des Patienten einfach umgangen.
    • Angehörige werden übergangen! Die Angehörigen werden bei der Widerspruchslösung nicht mehr nach ihrer Meinung gefragt.
    Erstellt am 16.01.2020

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