Kampf um Gleichberechtigung: kuriose Fakten zur Fussball-WM der Frauen

"Wir brauchen keine Eier, wir haben Pferdeschwänze"

Weiß eigentlich jemand, wie der Trainer oder der Torwart der deutschen Fußball Nationalmannschaft heißt? Gemeint ist weder Joachim Löw, noch Manuel Neuer. Gemeint sind Martina Voss-Tecklenburg und Almuth Schult. 
Heute startet die Fußball Weltmeisterschaft der Frauen, aber irgendwie bekommt das keiner so richtig mit. Während Wochen vor der Männer-WM die Werbetrommel gerührt wird, berichtet fast niemand über die Weltmeisterschaft der Frauen.

Vom Teeservice zum fünfstelligen Preisgeld

Nicht nur die Medienpräsenz ist im Vergleich zum Männerfußball deutlich geringer, sondern auch das Einkommen. Hätten Jogis Jungs im vergangenen Jahr den WM Titel geholt, hätte jeder Spieler eine Siegprämie von 350 000 Euro bekommen. Gewinnen die Frauen dieses Jahr, bekommt jede der Spielerinnen gerade einmal 75 000 Euro. Und das ist sogar noch ein guter Wert! Bei der ersten gewonnenen Frauenfußball Europameisterschaft 1989 haben die Mädels ein Kaffee-Service bekommen. 

Wieso das so ist, kann man eigentlich ganz einfach erklären. Der Frauenfußball generiert weniger Geld, also bekommen die Mädels auch weniger Geld als Prämie. 
Die Wertschätzung des Frauenfußballs ist in den letzten Jahren gestiegen. Die Preisgelder wurden sogar verdoppelt. Dennoch ist es Fakt, dass die Fifa die Gelder nicht gleich aufteilt. Während sie den Männern 400 Millionen Doller an Preisgeldern zur Verfügung stellt, bekommen die Frauen gerade einmal 30 Millionen Dollar. Der Spielaufwand ist dabei der gleiche. 

Mehr Werbung ist gleich mehr Geld?

Würde die mediale Präsenz der Frauen steigen, es mehr Partner geben und das Geschäft mit den Merchandise Produkten besser laufen, würde es auch mehr Geld geben. 
Den Fußballmädels geht es aber in erster Linie darum, dass die Fifa und der DFB dem Frauenfußball größere Aufmerksamkeit schenken und dass mehr Prämien an den Frauenfußball gehen. 

Die Commerzbank, der offizielle Partner der Frauen-Nationalmannschaft, hat ein Werbevideo über die Mannschaft gedreht. Seit 10 Jahren ist die Bank stolzer Partner der Frauen und stärkt die Mannschaft in dem Video sehr.
Das Video nimmt Vorurteile im Frauenfußball und dreht sie einfach alle um. 

Unterkriegen lassen sich die Mädels wegen der geringen Aufmerksamkeit aber nicht. Die acht EM Titel und zwei WM Titel sprechen für sich. Die deutschen Mädels sind zäh, hart im Nehmen und erfolgreich. 

  Hier geht's zum Spielplan der WM

Deutsche Fußballnationalmannschaft der Frauen

  • WM-Titel: 2
  • EM-Titel: 8
  • Trainerin: Martina Voss-Tecklenburg
  • Durchschnittlich gelaufene km pro Spiel: 9,1km 
  • Sprintgeschwindigkeit: 20 km/h
  • Erste Bundesliga: 1996/97
  • Besucherschnitt in der Bundesliga: 845 Zuschauer
  • Bundesliga Teams: 12
  • Champions League Titelprämie: 248 000 Euro
  • Fifa Preisgeld: 30 Mio Dollar 

Deutsche Fußballnationalmannschaft der Männer

  • WM-Titel: 4
  • EM-Titel: 3
  • Trainerin: Joachim Löw
  • Durchschnittlich gelaufene km pro Spiel: 10,2km
  • Sprintgeschwindigkeit: 24km/h
  • Erste Bundesliga: 1963/64
  • Besucherschnitt in der Bundesliga: 40000 Zuschauer
  • Bundesliga Teams: 18
  • Champions League Titelprämie: 15,2 Mio Euro
  • Fifa Preisgeld: 400 Mio Dollar 
Kampf um Gleichberechtigung: kuriose Fakten zur Fussball-WM der Frauen

WM FAQ

  • Start: 07.06.2019
  • Wo: Frankreich
  • Eröffnungsspiel: Frankreich - Südkorea
  • Erstes Deutschlandspiel: 08.06.2019 gegen China
  • Das Erste überträgt mindestens 13 Spiele der WM. Darunter die Vorrundenspiele gegen China (08.06.2019) und gegen Südafrika (17.06.2019).
  • Das ZDF überträgt 28 Spiele der Frauen-Fußball-WM 2019 live

Der ganze Spielplan: hier

  • WM 2003 in der USA, Sieg gegen Schweden
  • WM 2007 in China, Sieg gegen Brasilien

Tor

  • 1  Almuth Schult (VfL Wolfsburg)       
  • 12  Laura Benkarth (FC Bayern München)                 
  • 21  Merle Frohms (SC Freiburg)          

Abwehr

  • 23    Sara Doorsoun-Khajeh (VfL Wolfsburg)         
  • 14    Johanna Elsig (1. FFC Turbine Potsdam)
  • 8    Lena Goeßling  (VfL Wolfsburg)
  • 15    Giulia Gwinn (SC Freiburg)
  • 5    Marina Hegering (SGS Essen)   
  • 3    Kathrin Hendrich (FC Bayern München)                 
  • 4    Leonie Maier (FC Bayern München)       
  • 2    Carolin Simon (Olympique Lyon)

Mittelfeld und Angriff

  • 19    Klara Bühl (SC Freiburg)                  
  • 13    Sara Däbritz (FC Bayern München)                
  • 16    Linda Dallmann  (SGS Essen)            
  • 9    Svenja Huth  (1. FFC Turbine Potsdam)                       
  • 22    Turid Knaak (SGS Essen)
  • 18    Melanie Leupolz  (FC Bayern München)
  • 20    Lina Magull   (FC Bayern München)
  • 10    Dzsenifer Marozsán (Olympique Lyon)
  • 6    Lena Oberdorf (SGS Essen)
  • 11    Alexandra Popp (VfL Wolfsburg)
  • 7    Lea Schüller (SGS Essen)     
  • 17    Verena Schweers (FC Bayern München)

Auf Abruf

  • 25    Lisa Schmitz (1. FFC Turbine Potsdam)
  • 28    Felicitas Rauch (1. FFC Turbine Potsdam)
  • 26    Lena Lattwein  (TSG 1899 Hoffenheim)
  • 27    Pauline Bremer (Manchester City WFC)
  •         Sydney Lohmann  (FC Bayern München)
Erstellt am 07.06.2019

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