Explosion in Beirut - Das wissen wir und diese Fragen sind noch offen

Explosion in Beirut – Was wir wissen und was nicht 

Eine schwere Explosion erschütterte am frühen Dienstagabend die libanesische Hauptstadt Beirut (etwa 17 Uhr deutscher Zeit), die zahlreiche Tote und Verletzte forderte. Außerdem wurden große Teile der Hauptstadt zerstört, zusätzlich zum Hafen, von dem die Explosion ausging. Vieles ist nach wie vor unklar, so langsam kann man sich aber zumindest schon ein Bild des Hergangs der Explosion machen. 

Was ist bekannt? 

Nach aktuellen Informationen ist der Auslöser für die Explosion bekannt. Demnach sollen sich mehrere tausend Tonnen Ammoniumnitrat entzündet haben und schließlich zu der Detonation geführt haben. Ammoniumnitrat ist in mehrerlei Hinsicht gefährlich. Zum einen wird der Stoff unter anderem zur Herstellung von Sprengstoffen genutzt. Zum anderen können durch die Verbrennung Giftstoffe wie Salpetersäure in die Luft freigesetzt worden sein, die zu Spätfolgen führen können. Das Ammoniumnitrat kam von einem Schiff, dem vor einigen Jahren die Weiterfahrt verboten wurde. Anschließend wurde es ungesichert in einem Lagerhaus gelagert. 

Bei der Explosion kamen nach bisherigen Informationen mehr als 100 Menschen zu Tode, mehrere Tausend wurden verletzt. Unter den Verletzten waren auch Hilfstruppen der UN, die zur Zeit der Explosion im Hafen lagen. Benachbarte Länder sprachen derweil von Erdbeben infolge der Detonation, die unter anderem bis nach Zypern zu spüren war. Als Folge gilt die Stadt für mindestens 14 Tage als Katastrophengebiet und der heutige Mittwoch wurde zum nationalen Trauertag erklärt. 

Was ist noch nicht bekannt? 

Noch unbekannt ist der Grund für die Explosion des Ammoniumnitrats. Lange Zeit wurde über einen Anschlag gemutmaßt, unter anderem vom US-Amerikanischen Präsidenten Donald Trump. Die Regierung des Libanon sieht dafür bisher jedoch keine Anhaltspunkte. Auch Israel, die sich momentan im Krieg mit dem Land befinden, beteuerten, nichts mit der Explosion zu tun zu haben. Als Zeichen der Solidarität schickten sie medizinische Hilfe in den Libanon. 

Ebenfalls nicht absehbar sind die Folgen für das sehr arme Land, das schon vorher unter einer Wirtschaftskrise litt. Aufgrund von Treibstoffknappheit kommt es bereits fast täglich zu mehrstündigen Stromausfällen. Diese werden sich vermutlich weiter verschärfen. Das wirkt sich auch auf die Krankenhäuser aus, die aufgrund der vielen Verletzten bereits überfüllt sind und sich so nicht um alle Opfer angemessen kümmern könnten. Mögliche Giftstoffe in der Luft können außerdem nicht absehbare Langzeitfolgen hervorrufen. 

Erstellt am 05.08.2020

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