Nach zahlreichen Glatteisunfällen in der Region Stuttgart: so reagiert man bei Blitzeis richtig

Der Wintereinbruch führt auf den Straßen zu zahlreichen Problemen. Allein in der Stuttgarter Region wurden bis zur Stunde
mehrere dutzend wetterbedingte Verkehrsunfälle gemeldet.

Unfälle in der Region

Der schwerste Glatteis-Unfall ereignete sich am frühen Morgen auf der A81 bei Ehningen. Mehrere Fahrzeuge prallten gegeneinander.
Eine 54-Jährige wurde in ihrem Auto eingeklemmt und schwer verletzt.

Schon gestern Abend hatte sich bei Schorndorf ein Auto mehrmals überschlagen. Der 33-jährige Fahrer wurde herausgeschleudert und
schwer verletzt.

Weitere Unfälle ereigneten sich auf Steilstrecken wie der Neuffener- und Türkheimer Steige. Außerdem rutschte bei Owen 
ein Transporter eine Böschung hinunter und stürzte zur Seite. Auch hier war der Rettungsdienst im Einsatz.
 

 Nach zahlreichen Glatteisunfällen in der Region Stuttgart: so reagiert man bei Blitzeis richtig

Wenn es regnet oder Nebel auf eine gefrorene Fahrbahn trifft, gefriert das Wasser sofort und bildet eine Eisschicht. Die Gefahr wird größer, wenn die Orte schattig sind - Wälder sind zum Beispiel extrem gefährdet. Das Tückische an Blitzeis: Man sieht die Eisschicht kaum und sie tritt einfach so aus dem Nichts auf. Nebel und Raureif können aber Hinweise auf Blitzeis sein.

Informiert Euch immer über die aktuellen Straßenverhältnisse! Es wird gefährlich, wenn die Temperaturen um den Gefrierpunkt herum schwanken. Das ständige Frieren und Tauen kann vielen Autofahrern zum Verhängnis werden. Weder Winterreifen, ABS, ESP oder Ketten helfen bei Blitzeis. Wird amtlich vor Blitzeis gewarnt, sollte man die Meldung ernst nehmen und nicht ins Auto steigen! 

In erster Linie sind Winterreifen im Winter natürlich ideal. Zugelassene Winterreifen müssen gemäß der Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung (StVZO) das Alpine-Symbol (Bergpiktogramm mit Schneeflocke) auf dem Reifen haben. 

Generell sollten die Winterreifen nicht länger als zehn Jahre gefahren werden. Nach spätestens sechs Jahren sollte man neue Reifen kaufen, das empfiehlt zumindest der ADAC. Wer etwa 10.000 km pro Winter mit Winterreifen fährt, sollte sich schon nach vier Jahren neue Reifen zulegen.

Wenn Ihr wirklich mal ins Rutschen kommt, dann solltet Ihr alles so machen, wie Ihr es auch hoffentlich in der Fahrschule gelernt habt: Großer Abstand zum Vordermann, sachte bremsen, vorsichtig lenken und nicht in Panik verfallen. Abrupte Lenkbewegungen solltet Ihr unbedingt vermeiden - bekommen die Reifen nach glatter Fahrbahn wieder Grip, kann es zu schwerwiegenden Lenkfehlern kommen. Außerdem solltet Ihr nur sehr behutsam Gas geben, damit das Auto nicht ausbricht. 

Scheut Euch nicht eine Pause einzulegen und auf den Streudienst zu warten. Sicherheit geht vor!

Was Ihr immer dabei haben solltet: einen Eiskratzer, einen Schneebesen und Frostschutzmittel. Die Scheiben müssen immer komplett frei sein! Ein Guckloch ist im Zweifel sogar strafbar. 

Glatteisunfälle sind nicht zu vermeiden. Grundsätzlich haftet der Autofahrer, da er gemäß der StVO die Geschwindigkeit seines Fahrzeugs an die Straßen-, Sicht- und Wetterverhältnisse anpassen soll.

Erstellt am 01.12.2020

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