Nichts für Schwache Nerven - Fünf Fragen an einen Tatortreiniger

Das ist nichts für schwache Nerven! 

Das ist Dirk Plähn - von Beruf ist er Tatortreiniger aus dem Norden Deutschlands. Er arbeitet mit dem, womit niemand etwas zu tun haben will: Blut, Kot, Urin, Mord, Suizid, Einsamkeit und Totschlag. Plähns Arbeitsplätze sind Tatorte, Messiwohnungen oder Wohnungen in den Leichen eine längere Zeit gelegen haben oder Wohnungen von Mietnomaden. Plähn reinigt das, vor dem sich andere Menschen ekeln und dafür muss er echt Nerven aus Stahl haben.

Nerven aus Stahl?

Dirk Plähn ist Vollprofi. Wenn er an einen Tatort kommt, versucht er so wenig von den Opfern mitzubekommen wie möglich. Er will gar nicht wissen, wessen Blut er gerade aufwischt. So kann er eine gewisse Distanz zu dem Vorfall und zu dem Opfer wahren. Plähn kommt erst zum Tatort, wenn die Leiche abtransportiert ist. Sollte er irgendetwas über die Opfer mitbekommen, versucht er es schnell zu vergessen. So kann er es vermeiden, seelisch belastet zu werden. 

Körperlich kein Zuckerschlecken 

Nicht nur für die Psyche ist der Job strapazierend, auch die körperliche Anstrengung ist enorm. Plähn muss also nicht nur einige heftige Szenarien verarbeiten, sondern auch körperlich sehr fit sein. Es ist kaum vorstellbar, wie streng es an einem Tatort oder in einer Messiwohnung riecht, in der schon längere Zeit ein lebloser Körper gelegen hat. Plähn benutzt deshalb selbstverständlich Atemmasken. Das Arbeiten mit den Atemgeräten ist unglaublich anstrengend. Ein zehn Stunden Arbeitstag von Plähn ist vergleichbar mit vierzig Stunden Arbeit aus einem normalen Job.

Die Rechnung von Lara aus Holzgerlingen 

Nicht ganz so dramatisch wie die üblichen Fälle von Plähn war der Fall von Lara aus Holzgerlingen. Wir haben ihre Rechnung für einen Dampfreiniger gezahlt. 
In der kalten Jahreszeit gibt es für Lara und ihren Freund nichts Schöneres, als sich bei voll aufgedrehter Heizung auf dem Sofa einzumummeln. Leider hat Laras Freund ein großes Problem mit der trockenen Heizungsluft und ist zu der Zeit immer anfällig für Nasenbluten. Es kam, wie es kommen musste - das weiße Sofa war voll mit Blut.

Zunächst hat sie es mit Omas Hausmitteln probiert - Salz hat leider nicht geholfen. Die Blutflecken haben sich in den weißen Stoff eingefressen. Im Internet hat sie sich dann einen Dampfreiniger bestellt, mit dem das Blut einfach rausgehen soll. Leider hat das auch nicht mehr funktioniert. 

Wir übernehmen jetzt die Rechnung des Dampfreinigers im Wert von rund 100€ für Lara und hoffen, dass sie die Flecken auf einem anderen Weg aus ihrem Sofa bekommt.


Hier Rechnung einreichen!

Fünf Fragen an einen Tatortreiniger:

Wir haben den Tatortreiniger aus dem Norden Dirk Plähn interviewt und ihn über den Alltag in seinem Job ausgefragt:

Angefangen hat alles mit der Reinigung von Tastaturen, dem Interesse an Bakterien und Geldnot:



Das variiert - es ist nicht so, dass es jeden Tag einen Tatort zu reinigen gibt. Plähn erklärt wie seine Auftragslage aussieht. 


Die meisten Aufträge bekommt er nicht wie erwartet von der Polizei. Meistens sind es Privatleute, die den Tatortreiniger rufen:


Plähn sagt, dass man dafür schon ein anderer Typ Mensch sein muss: 


Also der Geruch sei schon übel - den Bürokram darf man aber auch nicht außer Acht lassen. 

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Erstellt am 20.02.2020

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