Warum Sekundenschlaf am Steuer so gefährlich ist - und wie Du ihn vermeidest

Warum Sekundenschlaf am Steuer so gefährlich ist - und wie Du ihn vermeidest

Fast jeder von uns hat es wohl schon einmal erlebt: man sitzt hinter dem Steuer, doch die Augenlider werden langsam schwer. Dann ist der Sekundenschlaf meistens nicht mehr weit. Extrem gefährlich - ganz egal, ob man auf der Landstraße, in der Stadt oder auf der Autobahn unterwegs ist. Die Statistik ist erschreckend: Ungefähr jeder vierte tödliche Unfall auf Autobahnen ist auf Müdigkeit am Steuer zurückzuführen. 

28 Meter Blindflug

Ein kurzes Rechenbeispiel macht deutlich, warum Sekundenschlaf während des Autofahrens so weitreichende Folgen haben kann. Ist ein Autofahrer mit 100km/h unterwegs und fallen ihm auch nur für eine Sekundedie Augen zu, legt er rund 28 Meter völlig blind zurück. Auch der Fall von Jürgen aus Stuttgart zeigt, wie gefährlich Sekundenschlaf schon bei niedrigeren Geschwindigkeiten sein kann. Heute Morgen haben wir seine Rechnung über einen neuen Außenspiegel bei "DIE NEUE 107.7 zahlt Deine Rechnung" gezahlt. Er und seine Familie waren auf dem Weg in den Urlaub, als ihm in einer Baustelle auf der Autobahn bei 80km/h nur kurz die Augen zufielen. Die Familie hatte Glück im Unglück: lediglich der Außenspiegel musste daran glauben, als Jürgen von der Fahrbahn abkam. 

Damit solche Unfälle gar nicht erst geschehen, haben wir hier die wichtigsten Fragen und Antworten zum Thema Sekundenschlaf für Euch zusammengestellt. 

DIE NEUE 107.7 zahlt Deine Rechnung! 

Du hast auch eine Rechnung, die wir übernehmen sollen? Dann schick sie uns hier! Jeden Tag um 6, 7 und 16 Uhr ziehen wir eine Rechnung im Radio. Wird Dein Name genannt, hast Du drei Songs Zeit, um Dich bei uns zu melden. 

  Alle Infos

Warum wir müde werden, hat eigentlich nur eine Ursache: der Körper ist erschöpft und muss sich erhohlen. Haben wir zu wenig geschlafen, auch über einen längeren Zeitraum, fährt sich der Körper irgendwann ganz automatisch herunter und möchte den Schlaf nachholen. Doch auch Krankheiten können beim Sekundenschlaf eine Rolle spielen. Menschen, die unter Schlafapnoe oder anderen Schlafstörungen leiden, sind eher von diesem Phänomen betroffen. 

Der Sekundenschlaf kündigt sich in den meisten Fällen durch ein oder mehrere Warnsignale an. 

  • Die Augen brennen, Du willst Dir öfter die Augen reiben, die Lider werden schwer
  • Die Straße fühlt sich immer enger an
  • Dein Blick haftet starr auf der Fahrbahn
  • an die letzten gefahrenen Kilometer kannst Du Dich nur schlecht erinnern
  • Du fährst langsamer oder schneller, ohne es zu beabsichtigen. 
  • Du hast Probleme, in der Spur zu bleiben
  • Du musst oft blinzeln oder siehst unscharf

Solltest Du auch nur eins dieser Warnsignale bermerken, gilt: sofort auf den nächsten Parkplatz fahren! 

Die beste Antwort hierauf ist: Schlafen! Koffeinhaltige Getränke wie Cola oder Kaffee mögen Deine Müdigkeit für einen Augenblick lindern, schaffen aber keine Abhilfe für das ursprüngliche Problem. Dein Körper ist erschöpft und möchte sich ausruhen! Am sinnvollsten ist es deshalb, sich auf dem nächsten Parkplatz eine Mütze Schlaf zu gönnen. Mache es Dir auf Deinem Sitz für 10 oder 20 Minuten bequem und lege einen kurzen Powernap ein. Länger solltest Du nicht schlafen - sonst gleitest Du in die Tiefschlafphase ab und das Aufwachen fällt Dir noch schwerer. 

Grundsätzlich gilt: lange Strecken sollte man nur ausgeruht fahren. Auch regelmäßige Pausen (mind. alle vier Stunden) helfen Deinem Körper, kurz zu entspannen. Bei Pausen kannst Du Dich kurz an der frischen Luft dehnen und so Deinen Kreislauf in Schwung bringen.

Auch das richtige Essen hilft dabei, länger fit zu bleiben. Vermeide schwere Speisen während des Autofahrens und begnüge Dich mit leichten Snacks, zum Beispiel Gemüse oder Nüssen. Natürlich ist es auch auf langen Autofahrten Pflicht, ausreichend zu trinken!  

Wer die Vorboten von Sekundenschlaf nicht ernst nimmt und nichts dagegen unternimmt, dem kann im Falle eines Unfalls leicht Fahrlässigkeit unterstellt werden. Im Strafgesetzbuch steht unter § 315c Folgendes:

Wer im Straßenverkehr ein Fahrzeug führt, obwohl er […] infolge geistiger oder körperlicher Mängel nicht in der Lage ist, das Fahrzeug sicher zu führen […] und dadurch Leib oder Leben eines anderen Menschen oder fremde Sachen von bedeutendem Wert gefährdet, wird mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.

Bei einer Geldstrafe bleibt es in schweren Fällen also nicht. Auch der Führerschein kann entzogen werden. 

Die Versicherung bezahlt im Falle eines Unfalls jedoch meistens trotzdem. 

Erstellt am 24.09.2020

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