Selbstgenäht, gekauft: Welche Masken schützen mich wirklich? Wir klären auf!

Was schützt mich wirklich? 

Gerade wird heftig darüber debattiert, ob eine Schutzmaskenpflicht eingeführt werden soll - und ob es sinnvoll ist, sich selbst welche zu nähen. Dabei ist es fraglich, ob und was die einfachen Schutzmasken überhaupt bringen. Wir haben Euch alle wichtigen Details über das Thema Atemschutzmasken zusammengetragen.

Generell schützen Atemschutzmasken vor Stoffen, die die Lunge schädigen. Dazu gehört Staub, Rauch und Flüssigkeitsnebel. Sie schützen aber nicht vor Dampf und Gas. Die Maske bedeckt Mund und Nase und besteht aus verschiedenen Filtermaterialien und der Maske selbst.
Wie stark und vor was die Masken Dich schützen, verrät Dir die Unterteilung in die FFP Klassen. FFP bedeutet „filtering face piece“ und wird in drei Klassen unterteilt. Welche Maske Dich in der jetzigen Zeit schützt, findest weiter unten im Artikel.

Grundsätzlich kann man sagen, dass man es nicht wirklich weiß. Es gibt keine fundierte wissenschaftliche Aussage dazu, ob die Maske schützt oder nicht. Verschiedene Virologen haben aber unterschiedliche Meinungen zu den selbst genähten Masken aus alten Stoffen. Hier muss man zunächst zwischen dem sogenannten Eigenschutz und dem Fremdschutz unterscheiden.

Eigenschutz: 

  • Man ist gesund und will sich selber von einer Krankheit schützen
  • Es gibt keinen eindeutigen wissenschaftlichen Beweis, dass die Masken wirklich vor einer Ansteckung schützen!

Fremdschutz:

  • Wen man selbst krank ist und andere schützen möchte/muss. 
  • Beim Niesen in eine selbstgenähte Maske werden die Viren nicht in der Öffentlichkeit verteilt. Die Tröpfchen werden von der Maske aufgefangen. Für kranke Menschen macht so eine Maske also durchaus Sinn - um Gesunde zu schützen. 
  • Der beste Schutz ist allerdings, zu Hause zu bleiben und nicht unter Menschen zu gehen!

Die Masken können also helfen die Ausbreitung des Virus zu verlangsamen. Gerade für kranke Menschen macht es Sinn, eine solche Maske in der Öffentlichkeit zu tragen - wenn es sich nicht vermeiden lässt, überhaupt rauszugehen. 

Wer gesund ist, aber dennoch eine Maske anziehen möchte, sollte bitte keine Masken kaufen, die dringend in der Medizin benötigt werden. Hier raten Experten dann doch zu der "Do it yourself"-Variante. 

Wenn Ihr Euch selbst eine Maske nähen wollt, müsst Ihr Folgendes beachten: 

  • Der Stoff der Maske sollte bei mindestens 60 °C bis 90 °C waschbar sein. Eine Vlies-Einlage sollte in die Maske eingenäht werden
  • Nicht an der Maske rum zupfen. Dadurch fasst man sich öfter ins Gesicht. Das kann sogar kontraproduktiv sein

Wenn man sich doch für den Kauf von Schutzmasken entscheidet, sollte man diese Faktoren bedenken:

  • Man heizt den Markt für Schutzmasken an 
  • Krankenhäuser und andere medizinische Einrichtungen brauchen die Masken dringender
  • Einwegmasken verursachen Müll
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OP Masken und Papiermasken

OP Masken erfüllen im Allgemeinen nicht zwingend die Standards einer partikelfilternden Maske der Geräteklasse FFP1. Laut europäischer Norm müssen sie 95% aller Bakterien filtern können. Vorschriften wie die Masken an Gesicht und Hals sitzen müssen, was auch ihre Dichte beeinflusst, gibt es allerdings nicht. Eine OP-Maske schützt den Träger erst richtig, wenn sie durch einem modellierbarem Nasenbügel fest am Gesicht anliegen. Die Bakterien und Viren können ansonsten einfach zu den Seiten eindringen. Schutz bieten die Masken in erster Linie für den Patienten. Eine einlagige Papiermaske bringt nichts.

Medizinisches Personal benutzt sogenannte "partikelfiltrierende Halbmasken", die die "FFP"-Standards erfüllen.

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Schutzmaske Typ FFP2

Solche Masken sollen in erster Linie vor festen und flüssigen gesundheitsschädlichen Stäuben, Rauch und Aerosolen schützen. Diese Masken bieten aber auch einen Schutz vor Viren und Bakterien. Je nach Klassifizierung der Maske hält die mehr oder weniger schädliche Stoffe auf. Die Unterschiede liegen dabei in der Gesamtlackage (Wie viel Prozent der schädlichen Stoffe durchgelassen werden können):

  • FFP1 max. 22%
  • FFP2 max. 8%
  • FFP3 max. 2%

Die Masken werden aber im medizinischen Bereich benötigt. Krankenhäuser, Arztpraxen, Pflege- und andere Einrichtungen brauchen den Schutz dringend, um sich selbst nicht zu infizieren.

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Do-it-yourself Masken

Eine richtige Aussage, ob die selbstgemachten Stoffmasken irgendeinen Effekt auf die aktuelle Situation haben, gibt es aktuell noch nicht. Nicht nur Bürger nähen sich gerade fleißig die Masken selber, auch große Textilhersteller wie Trigema nähen Schutzmasken und beliefern Krankenhäuser.

Die Experten sind sich allerdings einig, dass die Masken bei der Verlangsamung des Virus helfen. Die Schutzmasken fangen die meisten Partikel von kranken Menschen auf, die niesen. 

Außerdem können DIY Masken helfen, einen Engpass der medizinischen Masken zu verhindern. Außerderm ist es eine schöne Beschäftigung, wenn man sowieso zuhause sitzt. 

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Ministerpräsident Kretschmann äußert sich zu einer Schutzmaskenpflicht:

Heute Mittag (31.02.2020, 12:00 Uhr) hat sich unser Ministerpräsident Winfried Kretschmann zu einer Schutzmaskenpflicht in Baden-Württemberg geäußert.

Nachdem der österreichische Präsident eine Mundschutzpflicht in der Öffentlichkeit erlassen hat, hat sich nun auch der Ministerpräsident zu einer möglichen Vorschrift in Baden-Württemberg geäußert. Er hat klargemacht, dass es erstmal nicht vorgesehen ist, im Land eine Pflicht einzuführen.

Die Masken werden gerade dringend im medizinischen Bereich gebraucht. Führe man nun eine Maskenpflicht ein, würde man eine Knappheit forcieren und genau das will man nicht.

Zu den selbst genähten Masken hat sich Kretschmann auch geäußert. Wenn jemand die Masken in der Öffentlichkeit tragen möchte, kann er das machen. Zur Pflicht wird es aber nicht. Eine selbst genähte Maske kann laut ihm sogar sinnvoll sein und andere Personen schützen. 

Erstellt am 31.03.2020

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