Motorradsaison 2020 - Unfälle vermeiden und erste Hilfe leisten

Motorrad-Unfälle vermeiden und erste Hilfe leisten 

Der Sommer ist in vollem Gange und auch wenn das Wetter in diesem Jahr deutlich unbeständiger war als in den letzten Jahren ist die Motorradsaison 2020 in vollem Gange. Viele genießen es, auf szenischen Routen den Fahrtwind und damit gewissermaßen auch die Freiheit zu spüren. Davon gibt es in der Region einige, eine Auswahl findet Ihr hier. Aber vor allem die Fahrt auf schmalen Straßen und unübersichtlichen Serpentinen birgt viele Gefahren. Wir haben einige Punkte zusammengetragen, wie Ihr Unfälle möglichst gut vermeiden könnt. Außerdem haben wir einige Tipps zur Ersten Hilfe für Euch, falls Ihr einen verunglückten Motorradfahrer seht. 

Thomas aus Kornwestheim fragt:

MOTORRADFAHRVERBOT AN SONN- UND FEIERTAGEN: JA ODER NEIN?

Ich bin Motorradfahrer. Genau aus diesem Grund stören mich die Fahrverbote. Deshalb frage ich jetzt das ganze Land, Motorradfahrverbot an Sonn- und Feiertagen: Ja oder Nein?

Thomas aus Kornwestheim hat sich über unsere Aktion "Frag das ganze Land" mit seinem Problem an das ganze Land gewand. Was haltet Ihr von einem Motorradfahrverbot an Sonn- und Feiertagen? Stimmt jetzt ab!

Hier geht es zur Abstimmung

So minimiert Ihr Gefahren beim Motorradfahren! 

  1. Auf Sichtbarkeit achten!  
    Besonders morgens und abends in der Dämmerung übersehen Autofahrer Motorräder häufiger, weil sie schmal sind und möglicherweise auch die Aufmerksamkeit der Autofahrer geringer ist. Dem könnt Ihr durch reflektierende Kleidung wie Warnwesten etwas entgegenwirken, die stechen deutlich mehr ins Auge. 
     
  2. Vorsichtig fahren! 
    Besonders auf unübersichtlichen Straßen gilt: Fahrt defensiv und verzichtet lieber einmal zu oft auf Eure Vorfahrt als einmal zu wenig. Passt auch auf bekannten Strecken weiterhin gut auf, es kann immer etwas Unvorhergesehenes passieren. Sehr gefährlich ist auch, sich über die Straßenmitte hinweg in die Kurve zu legen, da andere Verkehrsteilnehmer hier häufig keine Möglichkeit haben, auszuweichen. Hier ist es empfehlenswert, eher an der äußeren Seite der Spur zu fahren. 
     
  3. Übung macht den Meister! 
    Wie bei allen anderen Verkehrsmitteln gilt natürlich auch beim Motorrad: Fahrt regelmäßig und besucht bei Bedarf auch ein Fahrsicherheitstraining! Je öfter Ihr mit dem Motorrad unterwegs seid, desto sicherer fahrt Ihr und könnt Gefahrensituationen besser einschätzen. 
     
  4. Keine Macht dem Gruppenzwang! 
    Wenn Motorradfahrer mit unterschiedlich viel Fahrerfahrung in einer Gruppe zusammenfahren, passiert es häufig, dass die weniger erfahrenen Fahrer mithalten wollen und damit möglicherweise ihr Können übersteigen. So fühlen sie sich zum Beispiel verpflichtet, schneller als sonst zu fahren, was schnell zu Fehlern und damit gefährlichen Unfällen führen kann. 
     
  5. Guter Schutz ist das A und O! 
    Besonders bei hohen Temperaturen schrecken viele Motorradfahrer vor dem Gedanken, eine volle Montur an Schutzkleidung zu tragen, zurück und fahren nur mit Alltagskleidung und einem Helm. Das ist gefährlich, da bereits ein Unfall mit vergleichsweise niedriger Geschwindigkeit zu schweren Verletzungen führen kann. Schutzkleidung verringert diese Wahrscheinlichkeit deutlich. 

Erste Hilfe bei verletzten Motorradfahrern 

Motorradunfälle können schnell lebensgefährlich werden. Ohne Knautschzone sind Mopedfahrer der Straße und anderen Autos ausgesetzt, denen sie nichts entgegensetzen können. Was tun aber, wenn man wirklich Zeuge eines Unfalls wird? 

Wenn Ihr die ersten an der Unfallstelle seid, gilt zunächst: Sichert Euch selbst vor weiteren Gefahren. Das bedeutet, die Unfallstelle weiträumig und gut sichtbar mit Warndreiecken sichtbar zu machen. Das ist besonders in kurvenreichen Straßen wichtig, damit keine anderen Verkehrsteilnehmer überrascht werden und möglicherweise aus Panik nicht rechtzeitig ausweichen können. Zieht außerdem eine Warnweste an und schaltet den Warnblinker Eures Fahrzeugs ein. Wenn Ihr allein unterwegs seid, ruft erst nach der Sicherung den Notruf unter der Nummer 112. Wenn noch jemand bei Euch ist, teilt die Aufgaben, denn je schneller der Notruf verständigt ist, desto höher ist die Chance, dass dem Unfallopfer nachhaltig geholfen werden kann. 

Als Nächstes solltet Ihr Euch um den verletzten Motorradfahrer kümmern. Die oft gestellte Frage, ob Ersthelfer den Helm abnehmen sollen oder nicht, beantwortet das DRK wie folgt: Ist der Verletzte nicht bei Bewusstsein, sollte man den Helm abnehmen. Ist er jedoch noch ansprechbar und klagt über Schmerzen im Halswirbelbereich oder kann sich nicht mehr bewegen, dann sollte man den Helm anlassen. Hier ist die Gefahr einer schwerwiegenden Wirbelsäulenverletzung sehr hoch, Ihr solltet alles Weitere dem Rettungsdienst überlassen. 

Wenn der Verunglückte ansprechbar ist und keine Beschwerden hat, könnt Ihr den Helm beruhigt abnehmen. Dabei sollte jedoch darauf geachtet werden, dass man den Kopf und die Halswirbelsäule mit einer Hand stabilisiert. Wie die Abnahme des Helms am besten funktioniert, seht Ihr in den folgenden Videos: 

Erstellt am 17.07.2020

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