Grundrente ab 2021 beschlossen: wer profitiert? Wie wird sie berechnet?

Grundrente ab 2021 beschlossen: wer profitiert? Wie wird sie berechnet?

Zuschüsse zur Rente

Nach jahrelangem Streit ist es jetzt beschlossene Sache: Rentner, die jahrelang gearbeitet haben und trotzdem zu wenig zum Leben übrig haben, sollen ab 2021 mehr Geld bekommen. Diesen Gesetzesentwurf hat das Bundeskabinett heute verabschiedet. 1,3 Milliarden Euro soll dieses Vorhaben pro Jahr zusätzlich kosten - woher dieses Geld kommt ist allerdings noch nicht klar. Dabei ist der Begriff "Grundrente" etwas irreführend: es handelt sich nämlich nicht um einen festgesetzten Betrag, den jeder Rentner ab dem nächsten Jahr bekommen sollen. Viel mehr wird die Rente durch Zuschläge aufgestockt - je nach dem, wie viel der Beitragszahler im Laufe seines Lebens verdient und wie lange er gearbeitet hat. 

1,3 Millionen Menschen profitieren

Rund 1,3 Millionen Menschen dürften im Jahr 2021 von den Zuschlägen profitieren. Doch wer die Aufstockung erhält und wie genau diese sich berechnet, ist ziemlich kompliziert. Wir liefern Euch die wichtigsten Fragen und Antworten! 

Die Grundrente soll Menschen helfen, die nur sehr wenig verdient oder lange in Teilzeit gearbeitet haben. Auch Mütter mit Erziehungszeiten und Menschen mit pflegebedürftigen Angehörigen gehören dazu. Dadurch sammeln sie bisher nur wenige Rentenpunkte - und bekommen nur eine sehr kleine Rente. Ab 2021 sollen also niedrige Renten bezuschusst werden.  

Von der Grundrente sollen alle Menschen profitieren, die mindestens 33 Jahre lang in die Kasse eingezahlt haben - ganz egal ob durch Beschäftigung, Pflege oder Erziehung. Ab 35 Beitragsjahren gibt es dann die vollen Bezüge. Die Empfänger müssen außerdem mindestens 30% des Durchschnittslohnes verdient haben - langjährige Minijobber gehen bei der Grundrente also leer aus. Den vollen Aufschlag bekommt man nur, wenn man als Single maximal 1250 Euro Rente bekommt. Für Paare liegt die Grenze bei 1950 Euro. Wer mehr verdient, bekommt die Grundrente gekürzt, also einen kleineren Aufschlag.

Dieses Verfahren ist sehr kompliziert. Jeder Versicherter erhält pro Beschäftigungsjahr einen Entgeltpunkt. Diese Entgeltpunkte sollen durch die Grundrente aufgewertet werden. Dabei fließen nur Zeiten mit Beiträgen ein, die 30 bis 80% des jährlichen Durchschnittseinkommens entsprechen. Verdient man also eine Zeit lang weniger als 30% des durchschnittlichen Einkommens, wird diese Zeit nicht berücksichtigt - genau so, wenn man mehr als 80% des durchschnittlichen Einkommens verdient. Im vergangenen Jahr betrug diese Spanne etwa 972 bis 2593 Euro brutto. Durchschittlich soll der Zuschuss zur Rente ca. 80€ betragen. 

Das kommt darauf an, wie lange und wo man gearbeitet und wie viel man in dieser Zeit verdient hat. Hier gibt es beispielsweise einen Rechner zur Grundrente! 

Erstellt am 19.02.2020

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