Neue Kinderkrankheit? Was das Kawasaki-Syndrom mit Corona zu tun hat

Neue Kinderkrankheit?

Eigentlich wurde davon ausgegangen, dass Kinder von einem schweren Verlauf der Corona-Krankheit verschont bleiben. Doch jetzt werden immer mehr Fälle von Kindern bekannt, die an schweren Entzündungen leiden. Das könnte möglicherweise mit dem Corona-Virus in direkter Verbindung stehen. Die Kleinen leiden oft an: 

  • tagelangem Fieber
  • Bauchschmerzen
  • Durchfall
  • Hautausschlägen
  • Schwellungen der Hände und Füße
  • Generell starke Entzündungsreaktionen

Das alles ähnelt dem seltenen Kawasaki-Syndrom sehr. Die Ärzte nennen den neuartigen Verlauf  "Pediatric Multisystem Inflammatory Syndrome", oder auch PMIS. Der Verlauf hat starke Ähnlichkeiten mit der Fieberkrankheit, die normalerweise bei Kindern zwischen dem ersten und zweiten Lebensjahr auftritt. 

Fälle weltweit bekannt

Erste Fälle meldete New York. Insgesamt 100 Kinder sollen an dem neuen Krankheitsverlauf leiden. Zwei Kinder und zwei Jugendliche sind sogar an den Folgen der Krankheit gestorben. In Deutschland sind bis jetzt 10 Kinder und Jugendliche erkrankt. Keines von ihnen ist aber daran gestorben oder in Lebensgefahr. 

Zusammenhang mit Corona?

Das Kawasaki-Syndrom ist schon seit über 80 Jahren bekannt. An der Ursache wird aber immer noch geforscht. Wissenschaftler vermuten den Ausbruch im Zusammenhang mit Erkältungsviren, die zum Teil zur Corona-Familie zählen. Ein britisches Ärzteteam hat ebenfalls eine beispiellose Häufung der PMIS Fälle gemeldet. Ihnen ist aufgefallen, dass die meisten Kinder Antikörper gegen das Corona-Virus im Blut hatten. Experten vermuten deswegen, dass die neuartige Krankheit nach einer durchgestandenen Corona-Infektion auftreten könnte. 

Neue Kinderkrankheit? Was das Kawasaki-Syndrom mit Corona zu tun hat

Ärzte in Deutschland sind informiert

Es wurde ein Monitoring-Projekt ins Leben gerufen, bei dem Komplikationen des Corona-Verlaufs bei Kindern aufgezeichnet werden. Gesundheitsbehörden publizieren außerdem gerade eine Leitlinie über das neuartige Syndrom. Das soll Ärzten erleichtern es zu diagnostizieren. 

Das "Europäisches Zentrum für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten" hat die neuartige Krankheit als Komplikation der Corona-Krankheit eingestuft und wird daher streng überwacht.

Außerdem ist das Krankheitsbild PMIS behandelbar.  

Erstellt am 16.05.2020

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