Symptome, Inkubationszeit, Therapie: alle Fragen und Antworten zum Coronavirus

Symptome, Inkubationszeit, Therapie: alle Fragen und Antworten zum Coronavirus

CORONAVIRUS LÄNGST GLOBALE HERAUSFORDERUNG 

Seit Wochen beherrscht das Coronavirus die Nachrichten auf der ganzen Welt. Zuerst in der chinesischen Millionenstadt Wuhan aufgetreten, hat sich das Virus rasch global verbreitet. Mittlerweile sind 196 Länder und Regionen betroffen, sodass das Virus längst als Pandemie eingestuft wird. Italien gilt in Europa als das am härtesten getroffene Land. 

AUCH BADEN-WÜRTTEMBERG STARK BETROFFEN 

Bayern und Nordrhein-Westfalen melden bundesweit die meisten Fallzahlen. Doch auch Baden-Württemberg befindet sich mit enorm hohen Fallzahlen nur knapp dahinter. Besonders betroffen sind die Landeshauptstadt Stuttgart, der Kreis Esslingen und der Hohenlohekreis. 

DAS CORONAVIRUS - FRAGEN UND ANTWORTEN 

Doch wie gefährlich ist das Virus wirklich? Welche Symptome verursacht es und wie wird es behandelt? Wir haben eine Übersicht zusammengestellt, die Euch die Antworten auf die wichtigsten Fragen liefern soll.  

Coronavirus - Fragen und Antworten

Es gibt über 100 Arten von Coronaviren. Viele dieser Viren sind nur für Tiere gefährlich - vier Arten sind jedoch auch für den Menschen ein Problem. Lange glaubten Forscher, dass Coronaviren lediglich leichte Infektionen der Atemwege verursachen können. Das änderte sich jedoch mit der Entdeckung des SARS-Virus, der 2002 und 2003 eine große Epidemie in China auslöste. Dabei erkrankten über 8000 Menschen. Der Virus, der jetzt um die Welt geht, heißt 2019-nCoV. Seinen Namen hat er durch seine Form unter dem Mikroskop bekommen, die einer Krone ähnelt. 

Eine Infektion löst starke Erkältungssymptome aus: dazu gehören trockener Husten, Fieber, Schüttelfrost sowie Kopf- und Gliederschmerzen. Des weiteren können Übelkeit und Durchfall auftreten. Einige Betroffene beklagen zudem einen Verlust des Geruchs- und Geschmackssinns.  

Die Inkubationszeit, sprich der Zeitraum zwischen Ansteckung und Beginn der Erkrankung, kann laut Robert-Koch-Institut und WHO bis zu 14 Tage betragen, der Durchschnitt liegt jedoch bei 5-6 Tagen. Anstecken kann man sich über Tröpfchen- oder Schmierinfektion.  

Bei den meisten Erkrankten heilt die Infektion nach geraumer Zeit von selbst aus. Einen Impfstoff, der vor dem Virus schützt, gibt es bislang aber nicht. Jedoch arbeiten zahlreiche Forscher sowie Pharmakonzerne derzeit mit Hochdruck an der Entwicklung. Das Wiener Pharmaunternehmen Takeda zum Beispiel, setzt auf die Herstellung eines Impfstoffs aus Blutplasma von bereits geheilten Patienten. Auch in Tübingen laufen die Forschungen des Pharmakonzerns Curevac auf Hochtouren: im Sommer soll es erste klinische Tests am Menschen geben. Währenddessen werden in den USA schon Tests an Freiwilligen durchgeführt. Die Erfolgssausichten sind allerdings unklar. 

Seit dem 17. März stuft das Robert Koch-Institut die Risikoeinschätzung für die Gesundheit der Bevölkerung als hoch ein. Allerdings verlaufe die Krankheit in etwa 80 Prozent der Fälle mild bis moderat.  

Für bestimmte Personengruppen gilt ein erhöhtes Risiko für schwere Verläufe: 

  • Ältere Personen (ab circa 50 Jahren) 
  • Raucher 
  • Personen mit bestimmen Vorerkrankungen des Herzens und der Lunge 
  • Patienten mit chronischen Lebererkrankungen 
  • Krebspatienten 
  • Patienten mit geschwächtem Immunsystem 

Die Sterblichkeitsrate variiert stark zwischen den betroffenen Ländern. Während sie in Italien Ende März rund 9,9% beträgt, beläuft sie sich in Deutschland auf nur etwa 0,5%. 

Das liegt vor allem daran, dass das Coronavirus bisher nicht bekannt war. Momentan ist unklar, wie genau die Krankheit verläuft und ob sie aggressiver ist als andere Viruserkrankungen. Auch die extrem schnelle Ausbreitung und einfache Übertragung spielt hier eine Rolle. Außerdem besteht die Gefahr, dass ganze Gesundheitssysteme kollabieren, wie es in Italien zum Beispiel der Fall ist. Deswegen ist die Verlangsamung der Ausbreitung durch einschneidende Maßnahmen umso wichtiger. Diese harten Maßnahmen wiederum wirken sich enorm auf die Gesellschaft, insbesondere auf die Wirtschaft aus. Deshalb handelt es sich bei der Coronakrise längst nicht mehr nur um medizinische Aspekte. 

Die Grippe und das Coronavirus ähneln sich sehr - beides sind Virusinfektionen. Trotzdem gibt es gravierende Unterschiede. Während die Grippe schon weit erforscht ist, handelt es sich beim Coronavirus um eine neuartige Erkrankung. Deswegen fehlt bislang auch ein Impfstoff.  

RKI-Chef Wieler betont, die Grippe sei auch gefährlich, das Coronavirus übertrage sich allerdings leichter und stelle eine besondere Gefahr für Risikogruppen dar. Im Gegensatz zur Grippe zählen Kinder und Schwangere beim Coronavirus aber nicht zur Risikogruppe. 

Ein weiterer Unterschied ist die Inkubationszeit, welche beim Coronavirus viel länger ist. So geschehen Ansteckungen oft unbemerkt. 

Um eine Ansteckung zu vermeiden, gilt das Gleiche wie bei allen anderen Viren: 

  • gute Händehygiene: regelmäßiges Händewaschen und Desinfizieren, auf Händeschütteln verzichten 
  • in die Armbeuge oder ein Taschentuch niesen und husten – nicht in die Hände! 
  • 1-2 Meter Abstand zu anderen Personen halten 

Wenn Ihr Kontakt zu einer positiv getesteten Person hattet, solltet Ihr Euch an die Empfehlungen des Robert-Koch-Instituts (RKI) halten. Wendet Euch dazu an Euer zuständiges Gesundheitsamt. Solltet Ihr Euch in einem Risikogebiet aufgehalten haben, vermeidet vorerst weitere Kontakte. Beachtet unbedingt die Hust- und Niesetikette und eine gute Händehygiene. Bei Verdacht auf eine Infektion immer zuerst telefonisch an den Hausarzt oder die 116 117 wenden! Dann erst wird über weitere Schritte entschieden.

Erstellt am 26.02.2020

Aktuelle Meldungen