Die größten Corona-Mythen - Welche sind wahr und welche sind falsch?

Die größten Corona-Mythen - Welche sind wahr und welche sind falsch?

Fake News rund um Corona

Im Netz kursieren hunderte Ratschläge von verschiedenen Virologen, Ärzten, Experten, Professoren und anderen Menschen, die behaupten Ahnung über das Coronavirus zu haben. Da fällt es schwer, den Überblick zu behalten - was ist wahr, was hilft wirklich und was ist einfach nur Humbug?

Über WhatsApp und andere soziale Netzwerke werden Fake-News über mögliche Heilungsmethoden, vorbeugende Maßnahmen, Fallzahlen und andere Fakten verbreitet. Doch was genau davon stimmt, ist oft nur schwer zu erkennen.

Wir haben für Euch die fünf größten Corona Mythen herausgesucht und sie auf ihren Wahrheitsgehalt geprüft. Wir decken auf, ob Pakete aus China ansteckend sind, ob heiße Temperaturen die Viren abtöten oder Ihr Euch bei Eurem Haustier anstecken könnt! 

 

Mythos: 

Angeblich sind Lieferungen und Pakete aus China mit dem Virus verseucht. Die Ansteckungsgefahr ist sehr hoch! 

Auflösung:

Es besteht kein Grund zur Sorge! Jüngste Studien zeigen zwar, dass das Virus auf Oberflächen relativ lange überlebt, allerdings schon nach sehr kurzer Zeit keine Infektionen mehr auslösen kann. Von Paketen oder Briefen geht also keine Gefahr aus. Gleiches gilt übrigens auch für Türklinken oder Toilettenspülungen. Wenn man nicht gerade eine Klinke anfasst, auf die ein anderer zuvor gehustet hat, und sich anschließend ins Gesicht fasst, braucht man nichts zu befürchten. Trotzdem gilt natürlich: Immer gut Händewaschen! 

Mythos: 

Ältere Menschen gehören zu der Risikogruppe. Für junge Menschen stellt der Virus eher keine Gefahr da. 

Auflösung:

Das ist nicht ganz richtig. Es stimmt, dass alte Menschen besonders gefährdet sind. In Deutschland liegt das Durchschnittsalter der Verstorbenen im Zusammenhang mit dem Coronavirus bei 82 Jahren, das Durchschnittsalter aller Infizierten nur bei 45 Jahren. Die Wahrscheinlichkeit für einen schwerwiegenden Krankheitsverlauf ist bei jungen Menschen zwar viel geringer, aber dennoch nicht unmöglich! 

Mythos: 

Sich selber auf das Virus testen? Ist ganz leicht! Einfach die Luft anhalten und bis 10 zählen. Wenn unproblematisch die Luft angehalten werden kann, ist man nicht mit dem Virus infiziert.

Auflösung:

Dieser Mythos kursierte unlängst als Kettenbrief in den sozialen Medien. Der angebliche Selbsttest ist allerdings völliger Schwachsinn. Wer beim Luftanhalten keine Probleme hat, kann sich noch nicht für gesund erklären. Coronaviren setzen sich anfangs nämlich zuerst im Rachen fest und wirken sich daher noch nicht auf die Lunge aus. Andersherum heißt es noch lange nicht, dass Leute mit Schwierigkeiten beim Luftfanhalten mit dem Virus infiziert sind. 

Mythos: 

Sonne, warmes Klima, heiße Getränke und ein heißes Bad sollen gegen das Virus helfen. Die Viren sind nämlich wärmeempfindlich. 

Auflösung:

Die WHO widerlegt auch diese Behauptung. Das Virus könne in allen Gebieten übertragen werden, auch in Gebieten mit heißem und feuchtem Wetter. Warme Getränke tragen auch nicht zur Bekämpfung des Virus bei. Einige Virologen weisen auf eine geringe Wärmeempfindlichkeit der Viren hin. Ob hohe Sommertemperaturen ausreichen, um die Viren etwas abzuschwächen, ist allerdings umstritten.  

Mythos: 

Regelmäßiges Wassertrinken schützt vor dem Coronavirus. Selbst wenn das Virus in den Mund gelangt ist, kann man es mit Wasser in den Magen spülen, wo es abgetötet wird.  

Auflösung:

Auch dieser Rat, der angeblich von einem Arzt aus Japan stammt, ist ein Fake. Leider lässt sich gegen das Virus nichts mehr unternehmen, sobald es erst einmal im Mund angelangt ist. Auch wenn das Wassertrinken nicht gegen Corona hilft, ist es wohl trotzdem kein schlechter Rat.

Mythos: 

Neusten Erkenntnissen zufolge sollen sich auch Haustiere anstecken können und das Virus verbreiten.

Auflösung:

Das stimmt nur teilweise. Mittlerweile wurden einzelne Fälle bestätigt, in denen das Virus vom Menschen auf das Haustier übertragen wurde. Laut Forschern seien vor allem Katzen für das Virus empfänglich, Hunde dagegen weniger. Allerdings tragen unsere Vierbeiner nicht zur Ausbreitung des Virus bei! Experten betonen, dass diese weiterhin durch die Übertragung von Tröpfchen von Mensch zu Mensch geschieht. Trotzdem ist es sinnvoll, sich nach einer ausgiebigen Streicheleinheit gut die Hände zu waschen. Das schützt nämlich auch vor zahlreichen anderen Erregern. 

Mythos: 

 Im Internet wird häufig die Wirkung von Alkohol angepriesen. Es soll die Viren nämlich abtöten können. 

Auflösung:

Schön wär

Schön wär's. Coronaviren reagieren tatsächlich empfindlich auf Alkohol. Immerhin haben die meisten Desinfektionsmittel einen Alkoholgehalt von mindestens 60%. Bei der Desinfektion von innen hilft Alkohol jedoch nicht. Virologe Kekulé erklärt, ein Schluck Klares reduziere die Virenzahl im Rachen zwar für einen kurzen Moment, jedoch würden sie sofort wieder nachgebildet werden. Man komme mit dem Desinfizieren also gar nicht hinterher. Der Mythos bleibt wohl leider nur eine Schnapsidee…

Erstellt am 08.04.2020

Aktuelle Meldungen