Das ist die neue offiziele Corona-Warn-App von der Bundesregierung und alles was Du über sie wissen musst

Alles Wissenswerte zur Corona-Warn-App 

Nachdem sie ursprünglich bereits für Mitte April angekündigt war, wird morgen die Corona-Warn-App der Deutschen Bundesregierung vorgestellt und veröffentlicht. Die kostenlose App soll dabei helfen, einfacher mögliche Infektionsketten nachvollziehen zu können, die Nutzung selbst ist dabei aber freiwillig und es ist jedem selbst überlassen, ob er die App herunterlädt.
Die Gegner haben dabei vor allem Bedenken beim Thema Datenschutz. Die wichtigsten grundlegenden Fragen beantworten wir Euch in diesem Artikel. 

Das ist die neue offiziele Corona-Warn-App von der Bundesregierung und alles was Du über sie wissen musst

Symbolbild

App-Store Google-Play-Store

Sobald die App installiert und aktiviert ist, sendet sie in einem Intervall von etwa zweieinhalb bis fünf Minuten mehrere zufällig generierte Codes über die Bluetooth-Funktion des Smartphones an Geräte in der Umgebung. Diese werden nur von Geräten empfangen, die ebenfalls die App installiert und aktiviert haben. Diese Codes werden regelmäßig mit einer Liste von Codes verglichen, die nachweislich zu einer infizierten Person gehörten. Bei Übereinstimmungen sendet die App eine Push-Mitteilung, die über einen Kontakt mit einer infizierten Person informiert und den Betroffenen empfiehlt, sich testen zu lassen. 

Es ist ebenfalls möglich, über die App schneller Ergebnisse von Corona-Tests zu erhalten und diese bei einem positiven Ergebnis direkt zu teilen. 

Zwischen zwei Apps werden zufällig generierte Codes übermittelt, die lediglich Rückschlüsse auf den Zeitraum des Kontaktes der Besitzer der Smartphones sowie den ungefähren Abstand zwischen beiden zulassen. Weitere Informationen zu den Besitzern sowie Daten, die Aufschluss über den Ort des Kontaktes geben, werden nicht übermittelt und auch nicht gespeichert. Die Nutzer bleiben also beim Austausch der Codes vollkommen anonym

An einen Server werden nur Daten übermittelt, wenn ein Nutzer angibt, infiziert zu sein. Das ist freiwillig und funktioniert auch nur, wenn es eine amtliche Bestätigung für das Testergebnis gibt. Hierzu muss entweder ein QR-Code gescannt oder ein Zahlencode eingegeben werden. 

Nein, die App kann nicht einmal ohne die Zustimmung des Nutzers aktiviert werden und auf die Bluetooth-Schnittstelle zugreifen. Auch positive Test-Ergebnisse, die über die App empfangen werden, werden nur mit Zustimmung des Nutzers veröffentlicht. Alles, was mit der Nutzung der Corona-Warn-App zusammenhängt, ist freiwillig

Die anonymen Codes werden für 14 Tage auf den Smartphones der Nutzer gespeichert. Sie liegen also dezentral vor und werden auch zu keinem Zeitpunkt an einen zentralen Server übermittelt. Nach Ablauf der 14-Tage-Periode werden alle Codes wieder gelöscht. 

Eine der Vorgaben der Bundesregierung an SAP und die Telekom war es, die App vollkommen Open-Source zu entwickeln. Das heißt, dass jeder Einblick in den Quellcode der App hat und, das nötige Know-How vorausgesetzt, nachvollziehen kann, wie die App funktioniert. Alle, die sich mit App-Entwicklung auskennen, finden den Quellcode auf Github. Für alle, die sich mit dem Thema nicht auskennen, hat der TÜV Informationstechnik im Auftrag des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) den Quellcode untersucht. Demnach würden die Nutzer nicht ausspioniert werden und dritte Parteien könnten keinen Zugriff auf die gespeicherten Daten bekommen. 

Nein, neben einer etablierten Verschlüsselung, die bisher noch nicht geknackt werden konnte, sollen außerdem gezielt Fehlalarme über ungenutzte Codes versendet werden. So sollen echte Vorfälle in einem Hintergrundrauschen untergehen. 

Aufgrund der Einschränkungen der Bluetooth-Technologie kann es durchaus zu Fehlalarmen kommen. Zum einen kann das Signal nicht erkennen, ob sich zwischen zwei Personen eine Glasscheibe oder eine Wand befindet, die eine Ansteckung verhindern. Zum anderen kann das Signal nicht alle Stoffe durchdringen. So ist es sogar möglich, wenn auch unwahrscheinlich, dass das Signal von einem menschlichen Körper abgefangen wird und somit keine Kommunikation zwischen zwei Geräten möglich ist. 

Um die App nutzen zu können, braucht ihr entweder ein Android-Gerät mit mindestens Android 6 oder ein iPhone mit mindestens iOS 13.5. Für Apple-Geräte kann man pauschal sagen, dass die App ab dem iPhone 6s nutzbar ist. Bei Android-Geräten sollten alle Geräte unterstützt werden, die nach 2015 auf den Markt gekommen sind, aber auch einige aus den Vorjahren fallen noch darunter. 

Da SAP und die Telekom bei der App auf Schnittstellen von Apple und Google setzen, ist es theoretisch recht einfach möglich, den Radius der App auf Länder auszuweiten, die ebenfalls auf diese Schnittstellen setzen. Von den deutschen Nachbarländern sind dies zum Beispiel, Österreich, die Schweiz und die Niederlande. Diese Funktion steht aber zu Anfang noch nicht zur Verfügung und soll in den kommenden Wochen nachgeliefert werden. Mit Ländern, die einen anderen Ansatz verfolgen, wie zum Beispiel Frankreich, ist sie nicht ohne weiteres kompatibel. 

Das hat mehrere Gründe. Zunächst verzögerte sich das ursprünglich auf Ende April festgelegte Datum dadurch, dass die Entwicklung der App von der internen Projektgruppe an die Unternehmen SAP und Telekom abgegeben wurde. 

Aus heutiger Sicht hätten wir die Entscheidung, die Unternehmen mit der technischen Umsetzung der Corona-App zu betrauen, zehn Tage früher treffen sollen.

Hieß es dazu aus dem Kanzleramt. 
Weit einflussreichere Faktoren waren jedoch der Datenschutz und die Frage, wie die App zuverlässig im Hintergrund laufen könnte. Zunächst war angedacht, die anonymen Daten zentral auf einem Server der Telekom zu speichern, was jedoch zu einer heftigen Diskussion führte und zur bereits beschriebenen dezentralen Lösung führte. Die nötigen Werkzeuge für eine vielversprechende Ausführung dieser Lösung lieferten Apple und Google erst Ende Mai. 

Erstellt am 15.06.2020

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