Kommt John Lennons Mörder nach fast 40 Jahren frei?

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Das Interview mit Lennons Mörder

Kommt Lennons Mörder nach fast 40 Jahren frei?

Als John Lennon 1980 bei einem hinterhältigen Attentat ermordet wurde, konnte sein Mörder schnell gefunden werden. Mark David Chapman sitzt seit knapp 40 Jahren hinter Gittern und stellt immer wieder Anträge auf Freilassung. Yoko Ono, die Witwe des ermordeten Lennons, konnte diese bisher immer verhindern. Die Tat wurde bis jetzt immer als abscheulich, grundlos, brutal, und kalt eingestuft. Chapman gab nach seiner Verhaftung ein Interview, in dem er einen Appell an Witwe Yoko Ono richtete: "Ich habe keine wirkliche Person umgebracht. Lennon war nur ein Bild auf einem Albumcover. Er war nicht real." 

Bis heute können es Beatles Fans nicht fassen, dass die Beweggründe für diesen Mord so absurd sind. Lennon hat in einem Interview gesagt, dass die Beatles mitlerweile bekannter sind als Jesus. Für den streng religiösen Chapman war das offensichtlich ein Weltuntergang. Oder auch die Songzeile "Imagine there is no heaven" bekam dem Mörder nicht gut. Es war keine Affekttat, sonder eine Tat, die er Monate vorher geplant hat. 

 

Das Mord Protokoll

7. Dezember 1980, 20.05 Uhr

Chapman inspizierte das Dakota Hotel, in dem Lennon und Ono wohnten. 
Chapman: "Ich erinnere mich noch, wie ich mir dachte, dass das meine letzte Nacht ist. Und ich erinnere mich, dass ich dachte, bevor ich in den Knast komme, möchte ich noch eine Frau haben." Gegen neun Uhr kommt ein Callgirl im grünen Kleid. Chapman: "Wir spielten nur so rum, ohne Sex."

8. Dezember 1980
11.00 Uhr:
Chapman trifft letzte Vorbereitungen.
"Ich war wie unter Zwang. Nichts hätte mich stoppen können, nichts von meinem Plan abbringen."
John und Yoko sind gerade im Sudio und arbeiten an Yokos Liedern. Danach geht er zum Friseur. Dann haben sie einen Termin bei der Starfotografin Annie Leibovitz - es entsteht das berühmte Bild, das John nackt in Embryohaltung an Yoko geschmiegt zeigt.

17.05 Uhr: Nachdem John und Yoko für ein Interview nach Hause gefahren waren, verließen sie ihre Wohnung erneut, um ins Studio zurück zu fahren. Chapman und Lennon standen sich zum ersten Mal gegenüber. Er hielt den Musiker auf und zieht nur einen Kugelschreiber aus der Tasche. 
"Ich hielt Herrn Lennon auf und sagte: ,John, würdest du mir ein Autogramm auf meine Platte geben?' Und er war sehr, sehr nett zu mir, sehr angenehm und sagte: ,Klar.' Dann schrieb er seinen Namen und 1980 darunter."

22.50 Uhr: Nachdem Lennon und Ono zurück ins Studio gegangen waren, fahren sie am späten Abend wieder nach Hause. Die Limousine hält. Yoko steigt zuerst aus. John folgt mit 10 Meter Abstand. 
"Und ich höre eine Stimme in meinem Kopf, die sagt: Tu es, tu es, tu es. Laut, sehr dringend, daß ich ihn erschießen soll. Als er an mir vorbeigeht, ziehe ich die Pistole raus, ziele auf seinen Rücken und drücke fünfmal ab."

22.51 Uhr: 4 Kugeln durchschlagen Lennons Schulter und Rücken. Eine Kugel geht vorbei.
"Ich hörte von der Lobby einen schrecklichen, gutturalen Schrei: ,John ist angeschossen. John ist angeschossen.'"

Chapman flieht nicht. Er setzt sich mit J.D. Salingers Kultbuch "Der Fänger im Roggen" nur wenige Meter entfernt von seinem Opfer hin und liest. Yoko Ono hält den Kopf ihres stark blutenden Mannes.

22.58 Uhr. Die Polizisten beschließen, Lennon direkt ins Roosevelt Hospital zu fahren. Mark David Chapmans wird verhaftet. Als Lennon im Krankenhaus ankommt, hat er rund 80 Prozent seines Blutes verloren.

23.15 Uhr: Die Todesnachricht wird Yoko überbracht. Sie bricht zusammen, schreit: "Das kann nicht sein. Sie lügen. Er ist nicht tot. Er lebte doch gerade noch. Wir waren vor zwanzig Minuten noch im Auto."

Hat er dieses Mal eine Chance?

Nächste Woche wird entschieden, ob er auf Bewährung freikommt. Zum 10. Mal hat er so einen Antrag gestellt. Vor zwei Jahren stellte er seinen letzten Antrag, doch der wurde abgelehnt, weil die Tat diesmal ebenfalls als „vorsätzlich und ruhmsüchtig“ eingestuft wurde. Dennoch zeigte Lennons Mörder in den letzten Jahren Reue und nannte sein eignes Verhalten "egoistisch und böse". Er beklagte sich mit den Worten „Es tut mir leid, dass ich so ein Idiot war und den falschen Weg zum Ruhm gewählt habe."  
Während seiner Anhörung im Jahr 2010 hatte Mark David Chapman offenbart, dass er auch daran gedacht habe, Johnny Carson oder Elizabeth Taylor zu erschießen. Letztlich habe er sich jedoch für John Lennon entschieden, weil sein Apartment weniger abgeschieden gelegen habe.

Erstellt am 17.08.2018

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