VW muss Autokäufer entschädigen - das bedeutet das Urteil für VW-Fahrer

VW muss Autokäufer entschädigen

Gute Nachrichten für VW-Besitzer: Der VW Konzern ist dazu verpflichtet, getäuschte Käufer zu entschädigen. Ein erstes Urteil des Bundesgerichtshof (BGH) in Karlsruhe hat das am Montag entschieden. Damit werden rund 60.000 weitere Verfahren zugunsten der Käufer beschleunigt.

Urteil des Oberlandesgerichts Koblenz wird bestätigt

Das Oberlandesgericht (OLG) Koblenz hatte bereits die Entschädigung eines Käufers gefordert. Der Mann hatte argumentiert, er habe der Werbung vertraut und geglaubt, ein sauberes Auto gekauft zu haben. Das Urteil des OLG: vorsätzliche, sittenwidrige Schädigung. Demnach muss der Autobauer dem Kläger für seinen gebrauchten Sharan rund 25.600 Euro erstatten. Der Kaufpreis lag bei ca. 30.000 Euro. Die heutige Entscheidung des BGH bestätigt dieses käuferfreundliche Urteil nun. Im Herbst 2015 war aufgeflogen, dass der VW Konzern in Millionen Fahrzeugen eine illegale Abgastechnik installiert hatte. Durch eine Software, die die Abgasreinigung nur auf dem Prüfstand aktivierte, waren die Stickoxid-Emissionen in der Realität viel höher als auf dem Prüfstand gemessen.

Geld zurück für alle Kläger

Laut Angaben des VW-Konzerns handelt es sich bundesweit um 60.000 Verfahren, die derzeit noch nicht rechtskräftig entschieden sind. Das heutige Urteil wird sich nun positiv auf die ausstehenden Verfahren auswirken. Klagende Käufer können ihr Auto also zurückgeben und Schadensersatz fordern. Dabei müssen sie sich allerdings die gefahrenen Kilometer anrechnen lassen.

Ob geschädigte Kunden jetzt noch klagen können, ist bislang unklar. Grundsätzlich haben geschädigte Käufer drei Jahre lang Zeit, ihre Klage einzureichen, danach verjährt der Fall. VW ist der Meinung, ein Schreiben aus dem Jahr 2015, das über den Betrug aufklärt, sei Beginn des Berechnungszeitraums. Einige Rechtsexperten gehen jedoch davon aus, dass der Zeitraum erst mit dem heutigen Urteil des BGH beginnt.

VW muss Autokäufer entschädigen - das bedeutet das Urteil für VW-Fahrer
Erstellt am 25.05.2020

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