Trotz tagelanger Bemühungen: der Max-Eyth-See ist tot

Tote Fische stapeln sich in Containern und Plastikboxen, teilweise sind sie weit über einen Meter lang. Der Anblick, der sich den Besuchern am Max-Eyth-See seit Mitte der Woche bietet, ist katastrophal. Denn am Ende haben alle Bemühungen nichts genutzt: weder der Württembergische Anglerverein noch das Technische Hilfswerk konnten ein großes Fischsterben am Stuttgarter Max-Eyth-See verhindern. 

Sauerstoffarmut aufgrund von Blaualgen

Das Hauptproblem sind die Blaualgen, die sich im See breit gemacht haben (wir berichteten). Die Bakterien finden gerade bei warmen und heißen Temperaturen ideale Bedingungen vor, um sich in Binnengewässern wie dem Max-Eyth-See zu vermehren. Zerfallen die Bakterien nach der Blüte dann in ihre Bestandteile, entstehen nicht nur giftige Stoffe, auch der Sauerstoffgehalt des Gewässers sinkt. Und genau das wird zum Knackpunkt für die dort lebenden Fische und anderen Wassertiere. 

Auch Schildkröten und Krebse betroffen

Viele der Fische, die jetzt im Max-Eyth-See verenden, sind über 30 Jahre alt und zwei Meter groß. Über 13 Tonnen Fisch hat der Anglerverein in dieser Woche aus dem See gefischt. Zusammen mit dem THW ist er seit Tagen im Dauereinsatz, auch abends und nachts. Versuche, Sauerstoff in den See zu pumpen, haben bisher nichts oder nur wenig genutzt. Auch Schildkröten und Krebse versuchen sich aus dem Wasser zu retten. Viele verenden jedoch bevor sie es schaffen. Diese Tiere nehmen ihren Sauerstoff eigentlich über die Luft auf. Für den Anglerverein liegt deshalb die Vermutung nahe, dass der Sauerstoffmangel ist nicht das einzige Problem des Sees ist. Das Tiefbauamt entnimmt nun Proben, um die genaue Ursache für das Sterben der Tiere zu ermitteln. 

Max-Eyth-See ist tot

Ob nach dieser Woche überhaupt noch Fische im Max-Eyth-See leben, ist noch nicht klar. Viele Fischkadaver, gerade von sehr großen  Tieren, würden noch unten im See umhertreiben, bevor sie an die Oberfläche kommen. Das weiß Ingo-Kai Schoffer, Mitglied des Anglervereins und selbst seit Tagen dort im Einsatz. Er sieht das Problem vor allem darin, dass der Max-Eyth-See seit einigen Jahren vom Neckar abgeschottet ist. Was zur Verbesserung der Wasserqualität beitragen sollte, könnte seiner Meinung nach jetzt ein Grund für das Fischsterben im See sein. 

Freiwillige Helfer sind gerne gesehen

Schoffer betont, dass freiwillige Helfer in diesen Tagen beim Max-Eyth-See gern gesehen sind. "Momentan ist jeder willkommen", sagt er, auch wenn der Anblick für manche sehr hart sei. "Hier laufen Erwachsene entsetzt vorbei, manche Kinder weinen sogar und fragen, warum die Fische sterben mussten." Hilfe könne vor allem in den Abendstunden ab 17 Uhr gut gebraucht werden.

So geht es jetzt weiter

Der Anglerverein muss nun erst mal alle verendeten Fische aus dem See entfernen. Was genau dann passiert, ist momentan noch unklar. Fest steht: so kann es nicht weitergehen. Um ein Fischsterben in diesem Ausmaß in Zukunft verhindern zu können, soll ein langfristiges Konzept zur Verbesserung der Wasserqualität im Max-Eyth-See erstellt werden. Der Anglerverein will wieder Fische im See ansiedeln - aber erst, wenn das Wasser giftfrei ist und ein klares Konzept der Stadt vorliegt. 

Erstellt am 05.09.2019

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