Kontaktbeschränkungen, Restaurants, Schulen: Kretschmann verkündet weitere Lockerungen

Kontaktbeschränkungen, Restaurants, Schulen: Kretschmann verkündet weitere Lockerungen

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Kretschmann verkündet weitere Lockerungen

Darauf haben viele Stuttgarter gewartet: im Landtag erklärt Minsterpräsident Winfried Kretschmann zur Stunde weitere Lockerungen der Coronabeschränkungen. Heute Mittag hatten sich die Ministerpräsidenten der Länder mit Bundeskanzlerin Angela Merkel beraten - doch schon davor war klar, dass jedes Bundesland selbst für die Umsetzung der Lockerungen verantwortlich sein würde. So hatte zum Beispiel Bayerns Ministerpräsident Söder schon am Dienstag die Öffnung der Gaststätten verkündet. Zukünftig übernehmen die Länder auch die Verantwortung für die Infektionszahlen. Das bedeutet: das öffentliche Leben muss sofort wieder beschränkt werden, sobald es in einem Landkreis mehr als 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern innerhalb der letzten sieben Tage gibt. 

Bundesweite Lockerungen

Kanzerlin Merkel verkündete in einer Pressekonferenz bundesweite Lockerungen in der Coronakrise. So sollen auch in den anderen Bundesländern Geschäfte über 800 Quadratmetern wieder öffnen dürfen. Eine weitere große Lockerung: künftig dürfen sich auch Angehörige aus zwei Haushalten in der Öffentlichkeit treffen. Allerdings wurden die übrigen Kontaktbeschränkungen vorerst bis 5. Juni verlängert - auch die Maskenpflicht und die Abstandsregelung. 

Für die Menschen Baden-Württemberg gelten in den nächsten Tagen wahrscheinlich ebenfalls weniger Einschränkungen. Hier halten wir Euch auf dem Laufenden! 

Auch in der Gastronomie soll es schon vor Pfingsten Lockerungen geben. Zuerst einmal soll aber nur die Außengastronomie wieder öffnen – unter strengen Auflagen, wie Kretschmann betonte. Das Vorpreschen bestimmter Länder mit genauen Öffnungsterminen kritisierte er stark, da es die Akzeptanz der Maßnahmen erschwere. In Baden-Württemberg sei eine Öffnung der Innengastronomie erst nach Pfingsten denkbar.

Bei den Schulen sieht Kretschmann eine schrittweise Öffnung vor. Nachdem aktuell bereits alle Abschlussjahrgänge dieses und nächsten Jahres zum Unterricht zurückgekehrt sind, sollen als nächstes alle Viertklässer folgen. Diese sollen ab dem 18. Mai wieder in die Schule dürfen. Nach Pfingsten ist dann ein rollierendes System vorgesehen, in dem alle Schüler tages- oder wochenweise die Schule besuchen.

Ab dem 11. Mai soll auch die Notbetreuung schrittweise erweitert werden. Kretschmann betonte außerdem, dass alle Kinder, die im nächsten Schuljahr eingeschult werden sollen, vorher noch einmal die Kita besuchen sollen.

Noch vor Pfingsten sollen diverse Ausflugsziele sowie Campingplätze wieder öffnen können. Auch kontaktarme Freizeitdienstleistungen wie zum Beispiel der Bootsverleih sollen wieder möglich sein. Kretschmann betonte jedoch, dass auch hier strikte Hygiene- und Abstandsregeln gelten müssen.
 

Die Regelungen für Sportangebote werden ebenfalls gelockert. Ab dem 11. Mai ist Sport unter freiem Himmel mit Abstand wieder erlaubt. Dazu gehört zum Beispiel das Tennis- oder Golfspielen, sowie Hunde- und Reitschulen. Noch vor Pfingsten dürfen auch Freizeitangebote wie Minigolf oder Fahrradverleihe wieder öffnen. Nach Pfingsten ist auch der Besuch im Fitnessstudio wieder erlaubt. Auch Schwimmkurse dürfen dann wieder stattfinden. 

Mannschaftssportarten sind von den Lockerungen allerdings vorerst ausgenommen. Hier fehlt es noch an Konzepten. 

Fußballfans haben Grund zur Freude: Die Bundesliga wird Mitte Mai wieder starten. Allerdings finden die Spiele als Geisterspiele statt und erfolgen unter strengen Auflagen.

Auch Sonnenstudios, Massage-, Kosmetik- und Nagelstudios dürfen ab dem 11. Mai wieder öffnen. Wer allerdings in die Sauna oder zum Wellness möchte, muss noch warten. Kretschmann betont, dass man nicht abschätzen könne, wann diese Einrichtungen wieder öffnen werden.

Leider ist noch nicht abschätzbar, wann Bars, Kneipen und Discotheken wieder öffnen dürfen. Eine Öffnung ist in den aktuellen Lockerungen noch nicht vorgesehen

Konzerte und Großveranstaltungen stehen auf Kretschmanns 3-Stufen-Plan ganz hinten, da sie zum einen ein sehr großes Infektionsrisiko darstellen, und zum anderen am wenigsten relevant sind. Sie werden also als letztes wieder möglich sein. Für den Kulturbetrieb könne sich Kretschmann allerdings ein ähnliches Vorgehen wie bei der Bundesliga vorstellen. In Bereichen, die eine engere Zusammenarbeit erfordern, also beispielsweise Ballett oder Schauspiel, sei eine baldige Öffnung unter strengen Auflagen möglich.

Freibäder und Badeseen dürfen vorerst ebenfalls nicht öffnen - auch wenn die Temperaturen langsam dafür geeignet wären. 

Erstellt am 06.05.2020

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