5000 statt 500.000 Teilnehmer, 300€ Bußgeld: Stadt veröffentlicht Auflagen für die Corona-Demo

500.000 Teilnehmer bei Demo auf dem Cannstatter Wasen?

Seit Wochen treffen sich Demonstranten in Stuttgart, um gegen die geltenden Corona-Beschränkungen zu demonstrieren. Angefangen hatte das ganze mit einer Handvoll Menschen auf dem Schlossplatz - mittlerweile versammeln sich samstags Tausende Menschen auf dem Cannstatter Wasen, um sich gegen die ihrer Meinung nach geltenden Einschränkungen ihrer Grundrechte zu wehren. Letzte Woche sollen es rund 10.000 gewesen sein. Doch jetzt legt der Veranstalter nochmal nach: 500.000 Teilnehmer hat er bei der Stadt für die Demonstration am Samstag angemeldet. 

Findet die Demo statt - und wie?

Gestern hat die Stadt nun darüber entschieden, in welcher Form die Demonstration stattfinden darf. Schon letzte Woche beschränkte sie die Teilnehmerzahl auf 10.000 Menschen - allerdings kam es vor, während und nach der Demonstration zu Verstößen gegen die Corona-Regeln. An den Eingängen und vor der Bühne wurde der Sicherheitsabstand missachtet, viele Menschen waren bei An- und Abreise ohne Mundschutz in den öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs. Um solche Szenen bei der Demo am Samstag zu vermeiden, dürfen nur 5000 Menschen auf dem Wasen demonstrieren. Außerdem wird das Bußgeld für das Nicht-Tragen einer Maske in öffentlichen Verkehrsmitteln auf 300€ erhöht. In einer Pressemitteilung äußert sich Dr. Martin Schairer, Bürgermeister für Sicherheit, Ordnung und Sport, zu den Gründen.

Es ist unverantwortlich, so seinen Protest zu äußern. Diese Ordnungswidrigkeit wird am Samstag mit 300 Euro Bußgeld wegen vorsätzlichem Verhalten belegt.

Bietet die Demo Rechten und Verschwörungstheoretikern eine Bühne?

Viele Teilnehmer fühlen sich durch die geltende Corona-Verordnung in ihrer Freiheit eingeschränkt und möchten durch die Demonstration weiterreichende Lockerungen in der Krise erreichen. Doch auch Rechte und Verschwörungstheoretiker mischen sich unter die Demonstranten - was Ministerpräsident Kretschmann als äußert kritisch ansieht. Er appellierte an die Teilnehmer, sich nicht an selbst ernannten Experten zu orientieren, sondern sich auf die allgemeine Wissenschaft zu verlassen. Gleichzeitig äußerte er jedoch Verständnis: in einer Demokratie könnten niemals alle Menschen einer Meinung sein. 

 

Erstellt am 15.05.2020

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