Sindelfingen: Geisterfahrer rastet aus und bedroht LKW-Fahrer mit Schusswaffe

Sindelfingen: Geisterfahrer rastet aus und bedroht LKW-Fahrer mit Schusswaffe

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Vorsicht Falschfahrer unterwegs! – Diese Meldung wird wohl jeder Autofahrer schon einige Male im Radio gehört haben. Meisten kann die Gefahr schnell gebannt werden, indem die Polizei eingreift und die Falschfahrer sicher aus dem Verkehr leitet.

Dieser Geisterfahrer hat die Polizei in der Nacht zum Montag allerdings ordentlich auf Trab gehalten: Auf der A81 bei Sindelfingen soll er mehrere Unfälle verursacht haben, einen LKW-Fahrer mit einer Waffe bedroht haben und auf die Autobahn gelaufen sein.

Geisterfahrer bedroht LKW-Fahrer

Der 35-jährige Geisterfahrer fuhr in einem Ford vermutlich bei der Anschlussstelle Sindelfingen-Ost auf die Autobahn. Anstatt normal auf die Autobahn in Richtung Stuttgart aufzufahren, soll er auf die entgegengesetzte Fahrbahn, in Richtung Singen gefahren sein. Ein LKW-Fahrer, der den Falschfahrer entdeckte, hielt am Seitenstreifen an und wurde dann vom Ford des Geisterfahrers touchiert.

Daraufhin soll der 35-jährige Falschfahrer ebenfalls angehalten haben, aus seinem Auto gestiegen sein und einen weiteren LKW-Fahrer mit einer Schusswaffe bedroht haben. Anschließend soll er quer über die Autobahn zur Mittelschutzplanke gerannt sein, drüber geklettert und auf die Fahrbahn in Richtung Stuttgart gelaufen sein. Nachdem andere Autofahrer den Falschfahrer gemeldet hatten, rückten mehrere Streifenwagen der Polizei Ludwigsburg aus. 

Polizei nimmt Übeltäter fest

Bevor Schlimmeres passieren konnte, gelang es Beamten der Stuttgarter Polizei, die die Ludwigsburger Verkehrspolizei bei dem Einsatz unterstützen, den Geisterfahrer festzunehmen. Für die vorläufige Festnahme war der Einsatz von Reizstoff nötig. Für die anschließende Behandlung des Mannes ließ die Polizei einen Krankenwagen kommen. 

Der Alkoholtest des Falschfahrers war negativ. Aufgrund des Verdachts von Drogeneinfluss musste der Mann auch einen Bluttest machen. Die Polizei vermutet, dass er sich in einem psychischen Ausnahmezustand befand.

Waffe nicht auffindbar

Eine Waffe konnte die Polizei weder im Auto des Mannes, noch an dessen Körper finden. Das Auto wurde polizeilich sichergestellt und abgeschleppt. Aufgrund des Einsatzes wurde der Autobahnabschnitt für eine Stunde lang gesperrt. Dadurch kam es zu kilometerlangen Staus in beiden Fahrtrichtungen. Der Gesamtschaden des Unfalls liegt bei circa 1500 Euro. 

Weitere Unfälle?

Es besteht außerdem die Annahme, dass der Falschfahrer in derselben Nacht bereits in zwei weitere Unfälle (im Bereich der Autobahnanschlussstelle Böblingen-Ost und im Bereich bei Leinfelden-Echterdingen) verwickelt war. 

Der Geisterfahrer wurde zwischenzeitlich in einer psychiatrischen Klinik untergebracht. Nun ermittelt die Polizei wegen Unfallflucht, Gefährdung des Straßenverkehrs und Bedrohung gegen den 35-Jährigen. 

Erstellt am 13.10.2020

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