Erstmals in Baden-Württemberg: Raser wegen Mordes angeklagt

Erstmals in Baden-Württemberg: Raser wegen Mordes angeklagt

Es waren furchtbare Bilder, die am 07. März 2019 durch das Internet geisterten und die ganze Region erschütterten. Ein 20-Jähriger hatte mit einem gemieteten 550 PS starken Jaguar einen schweren Verkehrsunfall am UFA Palast verursacht. Er war mit über 100km/h die Rosensteinstraße entlang gerast, hatte dabei die Kontrolle über den Wagen verloren und krachte in einen Kleinwagen. Die beiden Insassen des Kleinwagens, eine 22-jährige Frau und ein 25-jähriger Mann verloren dabei ihr Leben. Der Jaguarfahrer blieb unverletzt.

Staatsanwaltschaft erhebt Anklage wegen Mordes

Das Gutachten der Staatsanwaltschaft enthüllt unfassbare Informationen. Experten konnten belegen, dass der 20-jährige Raser mit erschreckenden 160 bis 165 Kilometern pro Stunde unterwegs war. Das ist mehr als das Dreifache der dort erlaubten Geschwindigkeit (50km/h). Es konnte sogar technisch nachgewiesen werden, dass der junge Mann das Gaspedal bis zum Anschlag durchgedrückt hatte. Die Staatsanwaltschaft erhebt nun Anklage wegen Mordes gegen den 20-jährigen Mann am Steuer des Jaguars. Das begründet sie damit, dass er bei dieser Geschwindigkeit und Fahrweise einen Unfall billigend in Kauf genommen habe. Denn es muss dem Raser klar gewesen sein, dass ein Unfall bei dieser Geschwindigkeit schlimme Folgen bis hin zum Tod anderer haben würde. Neben dem Mordvorwurf lautet die Anklage gegen den Jaguarfahrer noch auf vorsätzliche verbotene Fortbewegung im Straßenverkehr und vorsätzliche Straßenverkehrsgefährdung.

Erstmals in Baden-Württemberg

Zuerst hatte die Staatsanwaltschaft wegen fahrlässiger Tötung ermittelt. Doch aufgrund des Gutachtens leitete sie die Ermittlungen wegen Mordes ein. Die jetzige Anklage gegen den Jaguarfahrer ist die erste Mordanklage wegen eines Raserunfalls in Baden-Württemberg.

 

Erstellt am 03.07.2019

Aktuelle Meldungen