Corona-Sperrstunde und Alkoholausschankverbot: Wo welche Maßnahmen greifen

Aufgrund der steigenden Corona-Zahlen hat Baden-Württemberg seit Samstag die Pandemiestufe drei ausgerufen. Mit der höchsten Pandemiestufe traten am Montag auch neue Corona-Maßnahmen in Kraft, die für das gesamte Bundesland gelten. 

Landesweite Sperrstunde

Eine landesweite Sperrstunde gehört bislang noch nicht zu der Corona-Verordnung der Landesregierung. Die einzelnen Landkreise können allerdings selbst entscheiden, ob sie eine Sperrstunde einführen oder nicht, sollten die Zahlen kritisch werden. 

Da der 7-Tages-Inzidenz-Wert von Stuttgart momentan bei über 80 liegt, hat die Stadt Stuttgart eine Sperrstunde verordnet: Ab Donnerstag 0:00 Uhr gilt für Gastronomiebetriebe eine Sperrzeit von 23:00 Uhr bis 6:00 Uhr. 

Von dieser Sperrstunde ist die Bewirtung von Übernachtungsgästen in Hotels und Pensionen ausgenommen. Die Sperrstunde für den Alkoholausschank muss aber eingehalten werden.  

Alkoholverkaufsverbot

Außerdem gilt donnerstags, freitags und samstags von 21:00 Uhr bis 06:00 Uhr ein Verkaufsverbot von Alkohol für alle Läden, die an Hotspot-Plätzen liegen. Zu solchen Plätzen gehören neben dem City-Ring zum Beispiel auch der Marienplatz, der Stadtgarten und die Karlshöhe. Der Konsum von Alkohol ist an diesen Plätzen übrigens ab 23:00 Uhr untersagt.

Die Allgemeinverfügung gilt voraussichtlich bis zum 8. November.

Neben Stuttgart haben sich auch umliegende Landkreise für eine Sperrstunde entschieden.

Der Rems-Murr-Kreis hat für seine Kommunen seit dem 18. Oktober eine Sperrzeit zwischen 23:00 Uhr und 6:00 Uhr für den Gastronomiebetrieb eingeführt. Auch der Verkauf von Alkohol nach draußen ist in dieser Zeitspanne nicht erlaubt.

Die Sperrstunde soll so lange anhalten, bis die 7-Tages-Inzidenz wieder unter der 50er-Marke liegt.

Am Sonntag hat der Landkreis Böblingen eine Allgemeinverfügung für eine Sperrstunde beschlossen. Die Sperrstunde trat am Montag in Kraft. Die Verfügung besagt, dass donnerstags, freitags und samstags der Ausschank und der To-Go Verkauf von Alkohol zwischen 23:00 Uhr und 6:00 Uhr in allen Gastronomiebetrieben, sowie in allen anderen Verkaufsstellen verboten ist.

Die Sperrstunde wird erst wieder aufgehoben, wenn die 7-Tages-Inzidenz unter 50 Neuinfektionen ist.

Heute Nachmittag will der Landkreis Böblingen weitere Maßnahmen beschließen. Wir halten euch auf dem Laufenden.

Im gesamten Landkreis Ludwigsburg gilt bereits seit heute eine Sperrstunde für Gastronomiebetriebe. Zwischen 23:00 Uhr und 6:00 Uhr müssen die Gaststätten geschlossen bleiben. Für denselben Zeitraum wirkt auch ein allgemeines Verkaufsverbot von alkoholischen Getränken für Gastronomiebetriebe und alle anderen Verkaufsstellen, sowie ein Verbot von Alkoholkonsum in der Öffentlichkeit. 

Für den Landkreis Esslingen steht die Entscheidung über eine Sperrstunde noch nicht fest. Im Landrat wird zurzeit noch beraten.

Das Landratsamt Göppingen hat heute eine Allgemeinverfügung hinsichtlich einer Sperrstunde beschlossen. Zwischen 23:00 Uhr und 6:00 Uhr müssen Gastronomiebetriebe schließen und auch für andere Verkaufsstellen gilt während dieser Zeit ein Ausschank und Verkaufsverbot von Alkohol.
Die neue Maßnahme gilt ab morgen und vorläufig bis zum 30. November. Sollte der Inzidenz-Wert vor dem 30. November unter 50 sinken, kann die Sperrstunde bereits früher aufgehoben werden.

Auch im Landkreis Reutlingen wurde das Thema Sperrstunde diskutiert. Nach jetzigem Stand hält das Landratsamt eine Sperrstunde jedoch noch nicht für notwendig. Die Infektionszahlen werden aber dauerhaft beobachtet und je nachdem, wie die Zahlen sich entwickeln, wird die Einführung einer Sperrstunde nochmal überdacht.

Corona-Sperrstunde und Alkoholausschankverbot: Wo welche Maßnahmen greifen

7-TAGES- INZIDENZ-Wert (Stand Sonntag, 18.10.2020, 16:00 Uhr)

Über 35 in der Region:

  • Landkreis Rems-Murr-Kreis: 46,6
  • Landkreis Böblingen: 49,6
  • Landkreis Esslingen: 75,7

Über 50 in der Region:

  • Landkreis Reutlingen: 59,9
  • Landkreis Göppingen: 60,8
  • Landkreis Ludwigsburg: 65,8
  • Landkreis Tübingen: 64,3
  • Stuttgart: 80,2
Erstellt am 21.10.2020

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