Verschärfung Corona Regeln: Das gilt ab Montag!

+++ Update 28.10. - 19 Uhr +++

Heute (28.10.) haben die Ministerpräsidenten der Länder zusammen mit Angela Merkel die neuen Regeln beschlossen. Diese gelten ab Montag dem 02.11. und sind erstmalig deutschlandweit einheitlich

Die Regeln betreffen folgende Bereiche: private Kontakte, Freizeiteinrichtungen, Sport, Profisport, Gastronomie, Tourismus, Kosmetik, Unterhaltung, Medizin und den Einzelhandel. 

Kretschmann appeliert an die Bevölkerung private Kontakte zu reduzieren, nicht erst ab Montag sondern ab jetzt. "Es geht um Schnelligkeit, Entschlossenheit und konsequentes Handeln", so Kretschmann in seiner Ansprache am Mittwochabend. Sein Anliegen und auch die des Bundes, ist der Erhalt von Arbeitsplätzen, die Förderung der Bildung und die Begrenzung des wirtschaftlichen Schadens

Laut dem Ministerpräsidenten ist die Problematik derzeitig, dass die Hauptinfektionsherde nicht mehr nachvollziehbar sind. Rund 75% der derzeitigen Neuinfektionen können nicht auf den Ansteckungsherd zurückgeführt werden. 

ZUSATZ: 

Kitas und Schulen sollen weiterhin geöffnet bleiben. Es besteht eine Aufforderung für alle Betriebe ihre Mitarbeiter nach Möglichkeit ins Homeoffice zu schicken. Es gibt eine weitere finanzielle Hilfe des Bundes für Kleinunternehmer. Weitere wirtschaftliche Hilfen werden am 29.10. vom Bundesfinanzminister vorgestellt. 

Die beschlossenen Regeln gelten bis Ende November - einheitlich in ganz Deutschland.  

 

DIESE REGELN GELTEN AB DEM 02.11. 

Kontakte werden auf zwei Haushalte und maximal 10 Personen beschränkt. 

Ab Montag 02.11. geschlossen: Fitnessstudios, Theater, Kinos, Schwimmbäder, Thermen, Freizeitparks, Spielhallen, Messen, Konzerthäuser und alle weiteren Freizeiteinrichtungen. 

Freizeit- und Amateursport in öffentlichen sowie privaten Anlagen ist ab Montag untersagt. Sport im Freien darf alleine, zu zweit oder innerhalb der Familie/des Haushaltes weiterhin stattfinden. Profisport darf ohne Zuschauer stattfinden. 

Restaurants, Bars, Clubs und Kneipen werden geschlossen. Lieferung und Abholung bleibt erlaubt. Betriebliche Kantinen bleiben offen. 

Private Reisen zu touristischen Zwecken in Hotels oder Pensionen sind untersagt. Geschätsreisen bleiben weiterhin möglich. Es besteht die Aufforderung, private Familien-/Freundesreisen zu unterlassen. 

Kosmetik- und Tattoostudios sowie Massagestudios werden geschlossen. Friseurgeschäfte dürfen unter Einhaltung der Hygieneregeln offen haben. 

Physiotherapie, Krankengymnastik oder medizinische Fusspflege darf weiterhin stattfinden. 

Der Einzelhandel darf weiterhin geöffnet bleiben unter den bestehenden Hygieneregeln. Zusätzlich muss eine Verkaufsfläche von 10 Quadratmetern pro Kunde gewährleistet sein. 

Die Infektionszahlen stiegen in den letzten Tagen rasant an und klettern immer weiter nach oben. Trotz verschärfter Maßnahmen der Bundesländer haben viele Landkreise bereits den 7-Tages-Inzidenz-Wert von 50 geknackt. Das Robert Koch Institut meldete heute (28.10.) einen deutschlandweiten 24-Stunden-Wert von rund 15 000 Neuinfektionen.

Bund-Länder-Treffen

Bundeskanzlerin Angela Merkel kommt heute (28.10.) um 13:00 Uhr erneut mit ihren 16 Ministerpräsidenten zum Bund-Länder-Treffen zusammen, um über das weitere Vorgehen in der Corona-Pandemie zu beraten. Das Treffen sollte ursprünglich am Freitag stattfinden, wurde aufgrund der Dringlichkeit aber auf heute vorgeschoben. 

Mini-Lockdowns

Bei dem Online-Treffen soll wohl über die Möglichkeit eines Mini-Lockdowns diskutiert werden. Aus einer Beschlussvorlage gehen schärfere Maßnahmen hervor: Die Kontakte sollen auf maximal zwei Haushalte weiter begrenzt werden und Gastronomiebetriebe wie Bars und Clubs sowie Freizeiteinrichtungen sollen geschlossen werden.

Restaurants könnten ihr Essen nur noch liefern oder abholen lassen. Außerdem sollen touristische Übernachtungsangebote verboten werden. Schulen, Kitas und der Einzelhandel sollen unter Einhaltung der Corona-Regeln geöffnet bleiben. 

Neuinfektionen eindämmen

Falls diese Maßnahmen in der Konferenz tatsächlich beschlossen werden, sollen sie voraussichtlich am 4. November in Kraft treten und bis Ende des Monats gelten. Mit einem potenziellen zeitlich begrenzten Mini-Lockdown soll versucht werden die ansteigenden Neuinfektionen einzudämmen, sodass die Gesundheitsämter mit der Fallverfolgung hinterherkommen.

Ob die Ministerpräsidenten mit der Kanzlerin zu einer Einigung kommen, bleibt offen. Um 10:30 Uhr versammeln sich die Länderchefs zu einer Online-Schalte, um über eine Strategie für das Treffen mit der Kanzlerin abzustimmen. Die Meinungen gehen allerdings auseinander: Bayerns Ministerpräsident Markus Söder äußerte sich schon vor der Bund-Länder-Konferenz. Auf einer Pressekonferenz sagte er gestern, er erwarte ein schnelles und konsequentes Handeln von Bund und Ländern. Konkrete Maßnahmen formulierte er aber nicht. Einen zweiten Lockdown wolle er nicht.

Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil spricht sich gegen einen weiteren Lockdown und für einheitliche Maßnahmen im Bund aus. Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther verkündete bereits gestern, dass er strengere Maßnahmen einführen will. Für Kontakte in der Öffentlichkeit soll eine Obergrenze von zehn Personen festlegt werden.

Baden-Württemberg

Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann meldete sich bezüglich des Bund-Länder-Treffens bislang noch nicht zu Wort. Bleibt es beim Flickenteppich oder einigen sich die Länderchefs mit der Kanzlerin auf eine bundesweit einheitliche Lösung? Wir halten Euch auf dem Laufenden.

Erstellt am 28.10.2020

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