Baden-Württemberg zieht die Notbremse: Das musst Du jetzt beachten

Kommt die bundesweite einheitliche Notbremse? Baden-Württemberg möchte nicht mehr auf den endgültigen Beschluss warten und setzt sie jetzt einfach um. "Wir warten nicht auf den Bund, wir müssen jetzt handeln. Jeder Tag zählt in der Pandemiebekämpfung und wir wollen den Menschen in einer Woche nicht schon wieder eine neue Verordnung präsentieren", so Gesundheitsminister Manfred Lucha (Grünen). Viel ändert sich für Baden-Württemberg aber nicht.

Sollte der Inzidenzwert drei aufeinanderfolgende Tage über 100 liegen, muss die sogenannte "Notbremse" gezogen werden. Aktuell betrifft das alle Landkreise in der Region.

Hier eine Übersicht, was ab heute noch geht und was nicht:

Treffen sind pro Haushalt nur mit einer weiteren Person eines anderen Haushaltes erlaubt. Kinder bis 14 Jahre zählen nicht mit.
Bislang wurde dieser Punkt bei der Notbremse nicht umgesetzt und es waren Treffen von bis zu 5 Personen, von zwei Haushalten erlaubt.

Zwischen 21 Uhr und 05 Uhr gilt die nächtliche Ausgangssperre und das Zuhause darf nur noch mit einem triftigen Grund, z.B. wegen der Arbeit oder einem medizinischen Notfall, verlassen werden.

Alle Schüler:innen, egal welcher Klasse, müssen in den Wechselunterricht. Also zwischen Präsenz- und Fernunterricht abwechseln. Im Präsenzunterricht gilt für Schüler:innen und Lehrer:innen eine Testpflicht.

Für Kitas geht der Betrieb wie bisher weiter.

Ab einer Inzidenz von 200, müssen dann die Schulen und Kitas geschlossen werden. Abschlussklassen sind davon ausgenommen.

Obwohl auch der Click & Collect Service bei der Notbremse nicht erlaubt sein sollte, bleibt dies weiter möglich.

Das betrifft auch Baumärkte, die müssen jetzt nämlich geschlossen bleiben.

Die Friseure bleiben offen. Ein Besuch ist aber nur noch mit einem negativem Schnelltest, einer vollständigen Impfung oder einer nachweislichen durchgemachten Infektion möglichen.

Die maximale Kundenanzahl wird im Lebensmittelbereich verschärft.

Alle körpernahen Dienstleistungen, wie Kosmetik-, Nagel-, Massage-, Tattoo- und Piercingstudios sowie von kosmetischen Fußpflegeeinrichtungen und ähnlichen Einrichtungen sind untersagt. Medizinisch notwendige Behandlungen, wie Physio- und Ergotherapie, Logopädie oder Podologie, dürfen weiter ausgeführt werden.

Musik- und Kunstschulen dürfen nur noch Onlineunterricht anbieten.

Gruppensport ist nicht mehr erlaubt. Auf Sportanlagen wie Golfplätzen oder Reitplätzen, können mehrere Personen einzeln Sport machen, wenn sie anderen Personen nicht begegnen.  

Museen, Galerien, zoologische und botanische Gärten sowie Gedenkstätten müssen geschlossen bleiben.

Es gab doch bereits eine Notbremse?

Die Maßnahmen für eine Inzidenz ab 100, wurden eigentlich schon Anfang März vom Bund beschlossen. Das Problem – die Länder setzten sie nicht konsequent durch. Deswegen möchte der Bund mit der Änderung des Infektionsschutzgesetzes eine "Bundes-Notbremse" durchsetzen. Sollte das Gesetz geändert werden, sind die Länder dazu verpflichtet die Maßnahmen, einheitlich umzusetzen. Momentan muss die Gesetzesänderung aber noch durch Bundestag und Bundesrat.

So geht es weiter:

Nach aktuellem Stand gelten die Maßnahmen so lange, bis die Inzidenz deutlich gesunken ist. Aktuell sind die Landkreise in der Region jedoch alle weit über 100.  

Baden-Württemberg zieht die Notbremse: Das musst Du jetzt beachten

7-TAGES- INZIDENZ-WERT (STAND SONNTAG, 18.04.2021, 16:00 UHR)

Landkreis Reutlingen: 152,2
Landkreis Göppingen: 224,3
Landkreis Ludwigsburg: 203,9
Landkreis Tübingen: 163,1
Stuttgart: 214,3
Landkreis Böblingen: 152,5
Landkreis Esslingen: 191,0
Landkreis Rems-Murr-Kreis: 187,9

Erstellt am 19.04.2021

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