Alle Infos zur Europawahl und Kommunalwahl 2019

Alle Infos zur Europawahl und Kommunalwahl 2019
Alle Infos zur Europawahl und Kommunalwahl 2019

Die Bürgerinnen und Bürger der Europäischen Union dürfen dieses Jahr zum neunten Mal das Europäische Parlament wählen. Und nicht nur das: Für uns Baden-Württemberger stehen auch die Kommunalwahlen an - und das am selben Tag wie die Europawahl! Für viele Leute ist dieses Thema sehr verwirrend und kompliziert. Was wähle ich überhaupt? Wie wähle ich? Wer darf überhaupt wählen? Im folgenden Artikel haben wir Euch die Europa- und Kommunalwahl einfach erklärt, damit möglichst viele Leute wählen gehen und auch wissen, was sie wählen wollen!

Die Europawahl 2019 einfach erklärt!

Wann wird gewählt?

Alle 5 Jahre wird ein neues Europaparlament gewählt. Jetzt wählt ganz Europa das neunte europäische Parlament vom 23. bis 26. Mai 2019. In Deutschland wählen wir am Sonntag, den 26. Mai 2019. Da sich die Briten dazu entschlossen haben, an der Wahl zum Europaparlament teilzunehmen, werden insgesamt 751 Abgeordnete ins EP einziehen.

Wer darf wählen?

Jeder Bürger, der Staatsangehöriger eines EU-Mitgliedsstaates ist und

  • sein 18. Lebensjahr vollendet hat
  • in ein Wahlverzeichnis eingetragen ist
  • seit mindestens 3 Monaten in einem der europäischen Mitgliedsstaaten wohnt

So funktioniert die Europawahl 2019

Die Europawahl 2019 ist eine sehr wichtige Wahl, denn wir stehen an einem Scheideweg! Es geht darum, wie sich die Mehrheitsverhältnisse in Europa verteilen. Bewegen wir uns in eine Anti-Europa-Richtung oder in eine Europa-freundliche-Richtung? Ihr könnt das entscheiden - denn das Europaparlament ist auch das einzige Organ der EU, das direkt vom Volk gewählt wird.

Wenn wir am 26.05.2019 wählen gehen, wählt jeder Deutsche Bürger die deutsche Partei, die ihm am ehsten zusagt und seine Interessen vertritt. Daraus wird im Anschluss ermittelt, wie viel Prozent der Stimmen jede Partei in Deutschland gewonnen hat. Diese Prozentzahl bestimmt dann, wie viele Abgeordnete jede deutsche Partei nach Straßburg schickt. Die Anzahl der Abgeordneten, die ein Land insgesamt in das Europaparlament schickt, hängt von der Einwohnerzahl ab. Da Deutschland die größte Bevölkerungsdichte in der EU hat, senden wir auch die meisten Abgeordneten ins Europaparlament - nämlich 96. 

Im Europaparlament schließen sich die Parteien aus den verschiedenen Ländern dann zu Fraktionen zusammen, die gemeinsame Interessen vertreten. Seit 2009 hat das vom Volk gewählte Parlament mehr Rechte und noch mehr Macht. Nur in der Außen- und der Steuerpolitik darf das EP nicht mitentscheiden.

Das sind die deutschen Spitzenkandidaten

Manfred Weber ist 46 Jahre alt und seit dem Jahr 2014 Fraktionsvorsitzender der Europäischen Volkspartei (EVP) im europäischen Parlament - dem er seit 2004 angehört. Er war bereits Bezirksvorsitzender der CSU Niederbayern und ist seit 2015 stellvertretender Parteivorsitzender der CSU. Weber will sich um die Zukunft der Jugend kümmern. Seine Ansätze bei der Europawahl sind eine stabile Wirtschaftslage und funktionierende Sozialsysteme, offene Grenzen, Reise- und Niederlassungsfreiheit, Erasmus, keine Roaming-Gebühren und vieles mehr.

Katarina Barley ist 50 Jahre alt und Europäerin durch und durch. Sie ist Deutsche, ihr Vater Brite und studiert hat sie in Frankreich. Bis 2018 war Barley Familienministerin, jetzt ist sie Justizministerin. Barley will vor allem die Mietpreisbremse verschärfen.

Bereits seit 1999 ist der 62-jährige Udo Bullmann im Europäischen Parlament (EP) und hat dort einen Ruf als Wirtschafts- und Finanzexperte. Seit 2018 ist er ebenfalls Vorsitzender der S&E-Fraktion im EP. Bullmanns Baustellen, an denen er in Europa arbeiten möchte, sind die Globalisierung und die großen Wanderungsbewegungen, Nord-Südkonflikte um Ressourcen, Klimawandel, aber auch die Frage, wie wir eine gute Gesellschaft bauen.

Ska Keller ist 37 Jahre alt und schon zum zweiten Mal Spitzenkandidatin der europäischen Grünen. Sie spricht fünf verschiedene Sprachen und ist mit einem Finnen verheiratet - also ebenfalls europäisch sehr gut aufgestellt. Sie zog bereits mit 27 Jahren als Abgeordnete ins EU-Parlament ein. Keller möchte in Europa Humanität und Ordnung bei Flucht und Asyl und eine faire Verteilung der Flüchtlinge in Europa. Sie will Registrierung und Kontrolle an den europäischen Außengrenzen, aber keine ‚Festung Europa', sondern verstärkt den Waffenschmuggel nach Deutschland verhindern. Sie will Europa stärker mit der sozialen Frage verbinden. Außerdem will sie eine bessere Rentenversicherung.

Seit 2009 sitzt Sven Giegold im Europaparlament. Der 49-Jährige ist Mitbegründer des deutschen Ablegers der globalisierungskritischen Organisation Attac und steht sehr leidenschaftlich hinter dem Umweltschutz (er hat zum Beispiel auch keinen Führerschein), obwohl er im Europaparlament vor allem als Wirtschafts- und Finanzexpert arbeitet. Giegold strebt einen konsequenten Klimaschutz und eine starke Wirtschaft an. Außerdem will er Erfolge beim Kampf gegen Steuerdumping vertiefen.

Die 49-Jährige wurde in Wiesbaden geboren und ist nicht nur FDP-Politikerin sondern auch Rechtsanwältin. Sie war von 2012 bis 2014 hessische Kultusministerin und von 2013 bis 2019 Generalsekretärin der FDP. Jetzt möchte sie als Spitzenkandidatin der FDP ins Europaparlament einziehen. Sie will dem Parlament ein Recht zur Gesetzesinitiative geben und die Kommission verkleinern. Außerdem steht Beer für eine humane und faire Migrationspolitik.

Jörg Meuthen war ursprünglich Wirtschaftswissenschaftler. Mittlerweile ist der bald 58-Jährige Parteivorsitzender der AfD und seit Ende 2017 sogar Mitglied im EU-Parlament und dort stellvertretender Fraktionsvorsitzender der EFDD. Meuthen meint, dass jedes europäische Land selbst entscheiden soll, wen es einwandern lässt. Außerdem denkt er, dass Deutschland aus der EU austreten muss. 

Martin Schirdewan ist seit 2017 Mitglied des Europäischen Parlaments. Der 43-Jährige ist Politikwissenschaftler und wurde 2012 in den Parteivorstand der Linken gewählt. Im EP ist er für Wirtschafts- und Währungsfragen zuständig. Laut Schirdewan gilt es, linke Alternativen zur Spar- und Kürzungspolitik aufzuzeigen, öffentliches Eigentum und öffentliche Mitbestimmung zu verteidigen und angesichts von Bankenmacht und fortwährender Privatisierung Perspektiven eines möglichen sozialen Europas zu geben.

Demirel ist eine türkisch-deutsche Politikerin kurdischer Herkunft. Sie ist Gewerkschaftssekretärin bei verdi und war vier Jahre lang Landesvorsitzende der Linken in Nordrhein-Westfalen. Die 34-Jährige sagt selbst, dass ihr Migrationshintergrund ihre politische Haltung beeinflusst. Demirel ist gegen Privatisierungen und für Investitionen in eine gute Infrastruktur.

Jeder Zweite kennt keinen Spitzenkandidaten

Die EU hat weniger Angestellte als der Frankfurter Flughafen

Jeder dritte Abgeordnete ist weiblich

Das Europäische Parlament wird als einziges EU-Organ direkt von den Bürgern gewählt.

Kommunalwahlen 2019 Baden-Württemberg

Wann wird gewählt?

Genau wie die Europawahl findet die Kommunalwahl auch am Sonntag, den 26. Mai 2019 statt. Wir wählen also an einem Tag nicht nur einmal, sondern gleich zwei Mal.

Was wird gewählt?

Wir Bürger wählen die Mitglieder vom Gemeinderat unserer Stadt oder unseres Dorfes. Der Gemeinderat hat je nach Größe der Stadt 8 bis 60 Abgeordnete und entscheidet für die Bürger der Gemeinde. Alle 5 Jahre wird der Gemeinderat neu gewählt. 

Wie wird gewählt?

Jeder Bürger hat bei der Kommunalwahl so viele Stimmen, wie sein Rathaus Sitze hat. Diese Stimmen kann man dann auf die verschiedenen Abgeordneten, die zur Wahl bereit stehen, verteilen. Man muss nicht alle seine Stimmen vergeben, gibt man jedoch nur eine zu viel, ist der Wahlzettel ungültig. Man kann einem Kandidaten auch mehrere Stimmen geben, jedoch nicht mehr als drei. Wenn Dir noch jemand aus einer anderen Partei gefällt, kannst Du diese Person einfach auf deinen Wahlzettel übernehmen und Deine Stimmen verteilen.

Die Kommunalwahl einfach erklärt!

Das ist die neue Wähler-Seite 'Komunat'

Wenn Du Dir unsicher bist, wen Du wählen sollst, hilft Dir die neue Seite "Komunat" vielleicht weiter! In Stuttgart allein bewerben sich nämlich 913 Menschen für den Gemeinderat. Mit der neuen Online-Entscheidungshilfe "Komunat" kannst Du Dir einen Überblick über die Kandidaten verschaffen. Der Wahlhelfer soll vor allem junge Menschen zum Wählen bewegen. Die Nutzer geben Werte und Themen an, die ihnen wichtig sind - Daraus wird dann ein Ranking erstellt und mit den Kandidaten abgeglichen.

Hier geht's zur Homepage!

Die Stadt braucht Deine Hilfe!

Für die Europa-, Regional- und Gemeinderatswahl sucht die Stadt händeringend noch nach Wahlhelfern. Insgesamt brauchen sie schätzungsweise 3700 Helfer, die beim Ausgegeben von Stimmzetteln, bei der Überwachung der Urne und der Auszählung der Wahlzettel helfen. Die ehrenamtlichen Helfer bekommen natürlich auch eine Aufwandsentschädigung von 66€.

  Wahlhelfer werden - Alle Infos!

Aktuelles zur Wahl

14. Mai 2019
 

 

 

15. Mai 2019

In Leutenbach, Berglen und Schwaikheim müssen neue Wahlzettel gedruckt werden. Der Grund ist ein Druckfehler beim Namen einer Partei. Die korrigierten Stimmzettel sind bereits gedruckt und werden den Wahlberechtigten in den nächsten Tagen zugeschickt.

Auf den Wahlzetteln in Ludwigsburg steht ein falscher Wahltermin. Laut Brief wird am 25. Mai gewählt, richtig ist jedoch der 26. Mai.